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ist es auch, dem in seinem Aquarellbild Der Pass von Faido eine «hóhere und tiefere 
Wahrheit der geistigen Vision eines schópferischen Landschaftsmalers» gelungen ist 
- so die Ausführungen des Kunstkritikers John Ruskin, einem Zeitgenossen Turners. 
Turner verklärt die Natur, stellt sie wilder, aufgeladener und schrecklicher dar, als 
sie in Wirklichkeit ist. Eine Tradition in der Landschaftsdarstellung, deren Ursprung 
sicherlich in der Romantik von Caspar David Friedrich zu finden ist. In seinen Bildern 
ist stets die Bedeutung des Erhabenen von elementarer Wichtigkeit. Das Sublime, 
die Ehrfurcht vor der Natur, die Grósse der Berge und der kleine Mensch, der bei- 
nahe winzig in dieses Naturschauspiel blickt. All das zeichnet jene Erhabenheit bei 
Friedrich aus. Die Natur wird zum Synonym für die Gefühlswelt, ein Spiegel für die 
menschliche Empfindsamkeit. Caspar David Friedrich beschreibt dies wie folgt: «Des 
Künstlers Gefühl ist sein Gesetz. Die reine Empfindung kann nie naturwidrig, immer 
nur naturgemáss sein ... Jedes Bild ist mehr oder weniger eine Charakterstudie des- 
sen, der es gemalt.» 
Die Darstellung des Berges hat somit in der Kunstgeschichte eine lange Tradition. Im 
Mittelalter wurde der Berg zum fláchigen Versatzstück. Die vorwiegend christlichen 
Darstellungen wurden von fantastischen irrealen Bergmassiven hinterfangen. Neben 
der fehlenden Zentralperspektive in der Malerei war es aber auch die fehlende Emp- 
findung des Malers, die dieser bei einer Bergbegehung erfahren hátte: denn «unnüt- 
ze» Schaulust wurde zur Sünde degradiert. Erst durch die Beschreibung Francesco 
Petrarcas, der 1336 durch «ungestümes Verlangen» und voller Neugier einen Berg 
bestieg, wurde die Geburtsstunde des Alpinismus eingeláutet. Von dieser Stunde an 
hat sich die Bergdarstellung in ihrer Bedeutung gewandelt. Alberti, der die Malerei 
als «Ausblick aus dem Fenster» beschreibt, bringt die Tiefenillusion in das an sich 
fláchige Medium und eróffnet so dem Betrachter einen Blick durch das Fenster der 
Malerei nach draussen. In den letzten 700 Jahren hat der Berg mehrere Bedeutungs- 
ebenen durchlaufen. «Berge - sie sind gewaltig, grossartig, erschreckend, gefáhr- 
lich, todbringend, erhaben, faszinierend.» So Bettina Hausler in der Einleitung ihres 
Buches «Der Berg, Schrecken und Faszination». 
Josef Schàdler hat sich dieser Faszination zugewandt. Mit einer Malereiausrüstung, 
die zeitweise bis zu zwanzig Kilo betrug, hat er sich in die Berge begeben und hat 
verschiedenste Licht- und Wetterstimmungen festgehalten. Schádlers Bergbegriff 
zeigt Verwandtschaften zu Edward Theodor Comptons Ikonografie der Berge, der in 
der Romantik dieses Genre im Medium der Malerei entschieden aufgewertet hatte. 
Beiden gemein ist eine topografische Treue der wildromantischen Aura der Berg- 
Berge
        

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