Volltext: Beiträge zur Kirchengeschichte Liechtensteins

Brandis P. Albert OSB, von 
Freiherr von Brandis zu Vaduz 
1440c. geboren auf Schloss Vaduz (?) 
Konventuale des Benediktinerklosters Marienberg (Südtirol) 
bei Mals im Vintschgau, damals Bistum Chur 
1464 Studium an der Universität in Basel: «frater Albertus Brandis ...»" 
1472-1499 Abt von Marienberg 
1472: einstimmige Wahl zum Abt — Albert Ill. 
1487: Abtsweihe durch seinen Bruder, Fürstbischof Ortlieb von — Brandis 
Er war um die Wirtschaft des Klosters sehr bemüht, weshalb er vielfach 
urkundlich erwähnt ist in Lehen- und Kaufbriefen wie auch als Schlichter bei 
Streitigkeiten. Doch der Krieg von 1499 vernichtete sein Werk weitgehend.“ 
1498, 27. Dezember: im Reformdekret der zwei Visitatoren, Abt Konrad von 
St. Ulrich und Afra in Augsburg und Abt Benedikt von St. Magnus in Füssen, 
die von Kaiser Maximilian und vom Churer Fürstbischof Heinrich von Hewen 
eingesetzt worden waren, weil mit der materiellen Besserung unter Abt Albert 
die Disziplin im Kloster nicht gleichen Schritt gehalten hatte.* 
1499, im Frühjahr: Engadiner Krieg 
1499,18./19. Februar: Stürmung der Fürstenburg durch die Tiroler, Gefangen- 
nahme des Churer Fürstbischofs Heinrich von Hewen und Abführung nach 
Innsbruck, von dort Flucht nach Straßburg * 
1499. 22. Mai: Sieg der Eidgenossen an der Kalven, Marsch nach Marien- 
berg, Verschonung des Klosters auf Vermittlung von Abt Albert Ill. 
1499, Mai/Juni: Aufenthalt des Kaisers Maximilian auf Marienberg und Feier 
des Fronleichnamsfestes (30. Mai) 
1499, 19. Juni: in Innsbruck Bestätigung der alten Rechte und Freiheiten 
durch Kaiser Maximilian 
1499 25. Juni: gestorben in Marienberg (Südtirol) und dort beigesetzt 
Eltern: Wolfhart V. Freiherr von Brandis (1408-1456) und der Verena Gräfin von Werdenberg-Bludenz. 
Albert von Brandis ist ein Bruder des Fürstbischofs Ortlieb von — Brandis und des Domdekans Johann 
von — Brandis sowie ein Onkel des Dompropstes Johann von — Brandis, des Sebastian (Bastian) — 
Brandis und des Gallus — Brandiser.® 
«Es wird berichtet, daß sich in der alten St. Florinskapelle zu Vaduz noch 1820 ein Relief befunden habe, 
welches sieben Personen darstellte, einen Ritter und unter ihm sechs Söhne in betender Stellung. Unter 
diesen befand sich ein Bischof, ein Abt und ein Domherr. Ohne Zweifel, meint Johann Baptist Büchel, be- 
deutet diese Darstellung den Freiherrn Wolfhart V. von Brandis, der im Jahre 1456 starb und in dieser Ka- 
pelle beigesetzt wurde, mit seinen sieben Söhnen, von denen Ortlieb Fürstbischof von Chur, Albert Abt 
von Marienberg, Rudolf Domdekan von Chur wurde. Leider ist dieses Relief wie vieles andere verschwun- 
den! Aber historische Bedeutung hatte es auch deshalb, weil durch dasselbe ein Beweis geliefert ist, daß 
der Abt von Brandis zu Marienberg dieser Familie angehörte, wie vermutet worden ist.»® 
‘ Matrikel (Wackernagel). Bd. 1, S. 51, Nr. 47. - Vasella: Bildungsverhälnisse. S. 135 
Klosterarchiv Marienberg (Südtirol). 
Tinkhauser: Diözese Brixen. Bd. 5, S.39-41. 
* Kaiser: Geschichte. Neu herausgegeben von Brunhart. Bd. 1, S.318f, 326-328 
5 Kaiser: Geschichte. Bd. 1, S. 348. Bd. 2, Stammtafeln. 
5 JblL27.5.84; 
84
	        

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