Volltext: Beiträge zur Kirchengeschichte Liechtensteins

Das Bistum Chur 
Die Herkunft der meisten Seelsorger in unserem Land sind die Gebiete des Bistums Chur, zu 
dem unser Land bis 1997 gehörte. 
Das Bistum Chur wird im Jahre 451 erstmals erwähnt und gehörte zum Mailänder Metropoli- 
tansprengel, ab 843 bis Anfang des 19. Jahrhunderts zu jenem von Mainz. Während dieser 
rund tausend Jahre gehörten folgende Gebiete zum Bistum Chur: 
— der Kanton Graubünden ohne Poschiavo und Brusio, 
— das Urserntal des Kantons Uri mit den Orten Andermatt, Hospenthal und Realp 
— die Bezirke Sargans, Werdenberg und Gaster (bis 1847), 
— die Orte Niederurnen, Bilten und Kerenzen im Kanton Glarus, 
—- das Fürstentum Liechtenstein, 
— das Vorarlberger Oberland bis Götzis, Damüls und Stuben am Arlberg 
- das innere Paznauntal im Tirol mit Ischgl und Galtür, 
— der Vintschgau von Nauders bis Meran und das nördliche Passeiertal (Passer als Grenze). 
Am Beginn des 19. Jahrhunderts kam es durch die Säkularisation in Europa und damit auch 
für das Bistum Chur zu großen Umbrüchen.‘ 
71808, 3. September: 
Breve Pius’ Vil., durch das Tirol und Vorarlberg (vorläufig) dem Bistum Brixen zugeteilt werden. 
1814, 7. Oktober: 
Breve Papst Pius’ VIl. zur Abtrennung des schweizerischen Teils vom Bistum Konstanz; 1815, 
1. Januar: Inkrafttreten des päpstlichen Breves.? 
7815, 1. Januar: 
Tirol und Vorarlberg kommen wieder zum Bistum Chur. 
7816, 26. Januar: 
päpstliches Breve, wodurch das Gebiet endgültig zu Brixen kommt, Meran und Burggrafen- 
amt zu Trient; 6. Oktober: Inkrafttreten des päpstlichen Breve. 
7819, 9. Oktober: 
Der Bischof von Chur erhält als Entschädigung für die verlorenen Gebiete in Vorarlberg und 
Südtirol alle schweizerischen Teile zum Administrationsgebiet, die ehemals zum Bistum Kon- 
stanz gehörten, das am 16. August 1821 von Papst Pius VIl. aufgehoben wird. Der Kanton 
Schwyz schließt sich am 3. August 1824 endgültig an das Bistum Chur an. Nach der Neuord- 
nung des Bistums Basel 1828 und 1830 verbleiben als Administrationsgebiete die Kantone 
Uri, Ob- und Nidwalden, Glarus und Zürich. Mit der Gründung des Bistums St. Gallen 1847 
fallen die Bezirke Sargans, Werdenberg und Gaster weg. 1867 kommen Poschiavo und Bru- 
Sio zum Bistum. 
' Mayer J. G.: Geschichte. Bd. 2, S. 556-606: - Ulmer: Generalvikariat. Bd. 5, S. 29-40. 
2? Kuhn E.L. u. a.: Konstanz. Ba. I, S. 52. 
44
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.