Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
46
Erscheinungsjahr:
2009
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000304372/96/
an, zum Beispiel das Nationalitätenprinzip für Schweizer Anwälte zu befragen. Die Schweiz will für sich so weit kommen, dass sie auch ohne Beitritt zur EG zumindest beitrittsfähig ist. Das wird auch uns einiges kosten, die wir heute dreifach Profiteure sind: zusammen mit der Ersten Welt gegenüber der Dritten und Vierten Welt; zusammen mit der Schweiz gegenüber unserer Ersten Welt; schliesslich sind wir privilegiert gegenüber der Schweiz. Generell wird man sagen können: gerade dort, wo unsere Privilegien und unser Protektionismus besonders störend sind für die EG, werden uns Opfer abgefordert. Ohne die Schweiz würde die Lage für uns noch schwieriger 
sein. V. Günstigstes Szenario ist ein Nichtbeitritt der Schweiz, womit uns viel- leicht die Entscheidung des Draussenbleibens oder des Beitritts (zumin- dest vorläufig) erspart bleibt. Auf jeden Fall aber will die Schweiz (so die Erklärungen ihrer Vertreter) ihre Standards so weit der EG anpassen und sich annähern, dass sie beitrittsfähig wird. Das wird, im selben Wirt- schaftsraum, auch für uns gelten. Man kann nicht genau sagen, was die Schweiz und die EG im Zuge der Annäherung auch von uns verlangen werden. Nach 130 Jahren ist Liechtenstein aus der trauten, heimeligen Bilateralität und des Nichtentscheidenmüssens, zuletzt an der Seite der Schweiz, herausgeholt in die grössere Arena, für welche die bilateralen alten Festlegungen des Zollvertrages so nicht mehr genügen. Die neue, «multilaterale» Ära verlangt ein Vielfaches an Aussenpolitik, eigenem Denken und Entscheidungskraft. Wenn wir das eigene Laufen nicht ler- nen (S.D. Erbprinz), wird es uns ganz abgenommen. Die zu erbringen- den Opfer werden dann aber grösser 
sein. 1.Was mir für unser Verhalten wichtig erscheint a)  In unserer internen Vorbereitung darf es zunächst keine Tabus geben, ausgenommen das Tabu unseres alten politischen Mischsystems mit der Institution der Monarchie und dass wir unsere Grenzen nicht total öffnen können, ohne unterzugehen, und wir, wie die andern, ein auch wirtschaftlich lebensfähiger Staat bleiben wollen. Wir müssen nicht nur 96Texte 
aus dem Nachlass von Gerard Batliner
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.