Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
46
Erscheinungsjahr:
2009
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000304372/88/
lust des Geschütztseins in vertrauter Grössenordnung und – von Liech- tenstein her gesehen – in nahezu exklusiver freundschaftlicher Bilate - ralität. Die kühle Kontinentalluft strömt herein und: Für einen Staat und eine Gesellschaft, die, von wenigen Phasen abgesehen, in über 100 Jahren fast verlernt hat, aussenpolitisch selbst ums Überleben zu kämpfen, selbst Grundentscheidungen zu treffen, ist der Schritt oder das Geworfensein in den europäischen Grossraum ungewohnt, beängsti- gend. Aber die Entscheidungen kann uns, anders als bisher, niemand ab- nehmen. III. 1. Was tun? Wir müssen zuerst nochmals jene Verträge befragen, durch welche oder wo uns Mediatisierung droht: Zollvertrag, EFTA-Regelung, EG-Regelung, GATT. Es handelt sich um völkerrechtliche Verträge auf der Basis (verglichen mit den anderen beteiligten Staaten oder Vertrags- partnern) ungleicher Behandlung. Ich möchte diese Verträge im folgen- den, etwas unscharf, als «asymmetrische» Verträge bezeichnen. Ich spre- che nun darüber in teils veränderter Reihenfolge: Eine törichte Selbstüberschätzung wäre es zu glauben, wir könnten in nächster Stufe an den 
Zusatzabkommen mit der EGetwas ändern. Vielleicht auch nicht in übernächster Stufe. Dagegen sollten wir drin- gend trachten, in Bereichen ausserhalb der asymmetrischen Zusatzab- kommen zu direkten Verträgen mit der EG zu gelangen (zum Beispiel, wie S.D. Prinz Nikolaus3mit Recht betont, im Bereich der Kultur oder irgendwelchen anderen Gebieten, die die EG interessieren könnten und wo wir etwas anzubieten haben). Mit anderen Worten: aus dem Media- tisierungsschema der Zusatzabkommen «ausbrechen» und wie andere Staaten direkte Verträge mit der EG schliessen, wo immer sich eine Ge- legenheit bietet. Das wäre von erstrangiger Bedeutung. 88Texte 
aus dem Nachlass von Gerard Batliner 3Anm. der Redaktion: Prinz Nikolaus von Liechtenstein (Jg. 1947), ein Bruder des liechtensteinischen Fürsten Hans-Adam II., war zwischen 1979 und 1989 Ständiger Vertreter des Fürstentums Liechtenstein beim Europarat in Strassburg. Seit 1996 ist er Botschafter des Fürstentums Liechtenstein beim Königreich Belgien und bei der Europäischen Union in Brüssel.
        

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