Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
46
Erscheinungsjahr:
2009
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000304372/76/
den österreichischen Verband eingegliedert und auf dem Altar der deut- schen Einigung geopfert worden. In Sorge gelangt Peter Kaiser am 2. Juli 1848 aus Frankfurt an Lan- desverweser Menzinger: «Würde unser Ländlein in Verwaltungs- oder Gerichtssachen zu einem Nachbarstaat geschlagen, so wäre es besser, die Selbständigkeit gänzlich aufzugeben. Ich würde es zwar in mancher Hinsicht bedauern; aber wenn das Ländlein nichts Eigenthümliches hat, wenn es im östreichischen System mitziehen muss, ist es dann nicht bes- ser, es sei ganz östreichisch?» Und Karl Schädler, der Peter Kaiser in Frankfurt ablösen sollte, schreibt am 9. März 1849 an Menzinger nach Vaduz: «In Betrachtung der Verhältnisse wie sie sind, und wie sie vo- raussichtlich kommen müssen, verfolgt mich seit einiger Zeit unablässig eine quälende Frage: sollen wir nicht jetzt, wo es Zeit ist und leicht gienge, selbstthätig auf Mediatisirung dringen, oder sollen wir uns pas- siv am Schleptau der Ereignisse uns durch diese früher oder später me- diatisiren lassen?» Die deutsche Einigung, «die deutsche Integration», kam dann nicht zustande. Peter Geiger fasst hiezu zusammen: «Man kann etwas kühn formulieren, dass das Scheitern der deutschen Revolution (d.h. der deut- schen Einigung von 1848/49) geradezu eine Voraussetzung für das Wei- terbestehen Liechtensteins als Staat schuf.» Problem des 
Aufgehens Liechtensteins im Gravitationsfeld der Schweiz(Minister Bourcart) und Problem der 
Mediatisierung des klei- nen Liechtensteinim Zuge der deutschen Einigung, sprich: europäischen Integration. II. Man kann nicht über unser Verhältnis zur EG reden, ohne das Geflecht unserer Beziehungen aus dem Zollvertrag mit der Schweiz sowie zur EFTA und zum GATT mitzuberücksichtigen. Ich spreche daher zuerst zum Zollvertrag, dann zum Verhältnis Liechtenstein–EFTA und her- nach zum Verhältnis Liechtenstein–EG und Liechtenstein–GATT. Zum 
Zollvertrag, zum «Zollanschlussvertrag» von 1923 (LGBl 1923/ 24): Art. 4 Abs. 1 des Zollvertrages lautet: 76Texte 
aus dem Nachlass von Gerard Batliner
        

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