Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
46
Erscheinungsjahr:
2009
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000304372/54/
schätzen, wo der noch nicht vor langem urbar gemachte, uns ernährende Talboden von der Zivilisation weggefressen wird oder wo vielleicht mor- gen mit dem Waldsterben die Berge wieder herunterkommen könnten. Das Bewahren verlangt bald wieder fundamentale Weichenstellungen, vielleicht wie damals 1939 auf den Schlosswiesen. b)Hang zum Unternehmerischen und zur Unabhängigkeit Typisch für Bauern, Handwerker, Gewerbler ist ihr Hang zur Unabhän- gigkeit (heute kommt vielleicht eine verwandte, gutgestellte Schicht von «Unselbständig-Selbständigen» nach oben). Typisch für Handwerker und Gewerbler ist zugleich das Unternehmerisch-Freiheitliche, ist die Kreativität (heute Innovationskraft genannt), ist die persönliche Risiko- bereitschaft bei gleichzeitig haushälterischem, sorgfältigem Umgang mit den Finanzen. Der selbständig Erwerbende muss selbst für seine Unter- nehmungen finanziell geradestehen. Heute noch besteht, wenn auch durch Konsummentalität beein- trächtigt, ein solcher Hang zur Freiheit und Unabhängigkeit, vom Staat und voneinander, und zu unabhängigen Köpfen in der Partei. Die Partei ist nicht leicht zu führen. Die FBP-ler haben durchaus ein natürliches Verhältnis zur Autorität, wollen aber keine Parteiführer. Letztlich benö- tigt man die Partei überhaupt nicht. Der Selbständige baut auf seine ei- gene Leistung und weniger auf den Schutz durch andere oder durch die Partei. Natürlich sind solche Haltungen oft auch eine Frage des Na- turells. Auch moderne Berufe können solche Mentalitäten erzeugen. Mancher völlig Ungeschützte oder sich ungesichert Fühlende sucht da- gegen den Schutz in der und durch die Partei, die seine Interessen wahr- nimmt, für ihn sorgt (und auch für ihn denkt). Der als Klassiker geltende Parteientheoretiker Maurice Duverger schreibt: «Die Parteien sind auf der Linken immer mehr entwickelt als auf der Rechten, weil sie dort nötiger sind.» So war die Volkspartei, und teils noch die VU, in der Tendenz eher eine radikal-liberale, egalitär-ge- schlossene Bewegung. Es grenzt bisweilen an unsere eigene Überheb- lichkeit, wenn wir verkennen, dass eine solche Partei als Auffangstelle nötig ist und ihre eigene Rolle hat. Es ist eine andere Rolle als diejenige der FBP. Aber eine solche Partei ist immer eher eine Massenbewegung, die zentral angeführt wird. Eine solche Bewegung hat häufig eine popu- 54Texte 
aus dem Nachlass von Gerard Batliner
        

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