Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
46
Erscheinungsjahr:
2009
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000304372/39/
–militärisch überhaupt nicht da; –ja auch sonst nicht überall zugelassen, weil wir zu klein sind; –durch den Zollvertrag faktisch in vielen Belangen gar nicht selbst, sondern nur durch die Schweiz auftretend; –und auch dort bescheiden in den aussenpolitischen Leistungen (z.B. der Entwicklungshilfe), ja zu den Bescheidensten gehörend, wo wir mit dem höchsten Lebensstandard auf der Welt mehr tun könnten. Zur multilateralen Herausforderung kommen ernste bilaterale Pro- bleme. Denken wir an Sennwald5und alle damit verbundenen Folgen, die den Lebensraum betreffen und uns von der Basis her gefährden können. Das Neue aber ist besonders die Herausforderung des Multilatera- lismus. Er zwingt uns zu einer Aussenpolitik, ganz anders als früher. Und eine Presse, die diese oder jene Reise an internationale Tagungen lä- cherlich macht, macht sich selbst lächerlich. So befindet sich Liechtenstein im Spannungsfeld zwischen dem in- ternationalen Zwang zur Kooperation und zur Solidarität und zum Da- beiseinmüssen aus Existenzgründen einerseits und den beschränkten kleinstaatlichen Möglichkeiten andererseits. Die Lösung kann nur – hier völlig abstrakt gesprochen – in einem selektiven Vorgehen liegen, so dass Liechtenstein zwar auf allen Stufen als Staat vertreten ist und doch nicht überall mitmacht, je nach –Beitritts- und Zulassungsmöglichkeiten; –finanziellen Mitteln; –personellen Ressourcen; –sachlicher Zuordnung d.h. der Frage, ob Liechtenstein als Klein- staat, ohne Macht, auf den Schutz des Rechtes angewiesen, über- haupt etwas beitragen kann. 39 
Fragen der liechtensteinischen Aussenpolitik 5Anm. der Redaktion: Auf der Schweizer Seite des Rheins und in unmittelbarer Nähe Liechtensteins wurden in den 1960er Jahren ein Atomkraftwerk (Rüthi) und eine grosse Erdölraffinerie (Sennwald) geplant. Diese Planungen führten zu heftigen Protesten in Liechtenstein und Vorarlberg. Das Atomkraftwerk Rüthi wurde nicht gebaut, die Raffinerie in Form eines Tanklagers und einer kleinen Heizöldestilla - tionsanlage 1975 eröffnet.
        

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