Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
46
Erscheinungsjahr:
2009
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000304372/27/
tensteiner können nicht tun, als ob uns die Welt nichts anginge. Wir haf- ten solidarisch für die Not», erklärte der Regierungschef bei der Jung- bürgerfeier 1963. Man schuf die private Stiftung «Liechtensteinischer Entwicklungsdienst». Die Aussenpolitik bekam eine Richtung. Am 29. Oktober 1969 erfolgte der erste Besuch eines liechtensteinischen Re gierungschefs beim Europarat in Strassburg. In Liechtenstein standen zu Jahresbeginn 1970 Landtagswahlen bevor. Freunden gegenüber er- klärte der Regierungschef: «Wenn ich die Wahlen gewinne, werde ich mich ganz der Aussenpolitik widmen.» Es kam anders. Gerard Batliner verlor die 
Wahl. PRIVATMANN UND ABGEORDNETER Nun fand der Abgewählte Zeit, sich seiner jungen Familie zu widmen. Er hatte 1965 Christina Negele geheiratet. Die beiden Söhne Martin und Joa- chim mussten allzu oft auf den Vater verzichten. Das Haus auf Aspen wurde zum Zentrum für neue Unternehmungen. In Vaduz gründete er eine Anwaltskanzlei und als politischer Mensch begann er über Grund- sätzliches im Kleinstaat nachzudenken. Mit Freunden aus der Liechten- steinischen Akademischen Gesellschaft gründete er 1972 den Verlag die- ser Vereinigung und übernahm die Leitung. Der Verlag gibt die Schrif- tenreihe 
Liechtenstein Politische Schriftenheraus, die sich mit spezifisch liechtensteinischen Themen befasst. Sie ist zur unverzichtbaren Quelle für Liechtensteins Politik, Wirtschaft, Recht und Geschichte geworden. Die politisch mandatslose Zeit sollte nur vier Jahre dauern. Nach 1974 gehörte Gerard Batliner bis 1982 dem Landtag an. Während der ersten Mandatsperiode präsidierte er das Parlament und von 1978 bis 1982 amtete er als Vizepräsident. Als Landtagspräsident stand Batliner der Aussenpolitischen und der Finanzkommission vor. Der Status des Landes beim Europarat in Strassburg wurde Stufe für Stufe ausgebaut. Auf Grund dieser Konstellation begann eine Phase der liechten- steinischen Aussenpolitik, die sich bei aller Verschiedenheit der Regie- rungen durch eine beachtliche Kontinuität in den Zielsetzungen aus- zeichnete. Darin mag der Schlüssel zur erfolgreichen Aussenpolitik in den nachfolgenden Jahrzehnten liegen. Liechtenstein erreichte im Euro- parat den Aufstieg vom Ad hoc-Beobachter (ab 1971) über den Parla- mentarischen Beobachterstatus (1975) zur Vollmitgliedschaft (1978). Als 27 
Gerard Batliner 1928–2008
        

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