Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
46
Erscheinungsjahr:
2009
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000304372/209/
‹Clubmitgliedschaft› zu verzichten und – wie etwa die Schweiz – mehr oder weniger abseits zu stehen.»(Thomas Bruha/Katrin Alsen) Dies führt zur Frage, ob Liechtenstein, das zum alten europäischen Bestand gehört und über eine vergleichsweise enorme Wirtschaftskraft verfügt, nicht, sollte dies aktuell werden, vom Niveau der noch real le- bendigen EWR-Dreierplattform aus gemeinsam mit Island und Norwe- gen den allfälligen Beitritt zur EU anstreben sollte. Sonst ist womöglich der «Absprung» durch schlichtes Zuwarten verpasst, und fällt das Land inmitten des zusammenrückenden Verbandes faktisch in einen «bilatera- len», ungleichen Minderstatus. Wenn Liechtenstein im kritischen Zeit- punkt sitzen bleibt, bleibt es weniger als sitzen, hat es sich real schon entschieden, nehmen die Beteiligten dies zur Kenntnis, und beginnen die Planungen der relevanten Akteure anders zu laufen. Allein wird Liech- tenstein nachher möglicherweise nie mehr in die gegenwärtige privile- gierte Ausgangsposition kommen. Dazu vermerkt Sieglinde 
Gstöhl: «Für den Zeitpunkt eines möglichen liechtensteinischen Beitrittsgesuchs wäre ein mulitlateraler Rahmen, d.h. ein Antrag zusammen mit anderen EFTA-Staaten, äusserst wichtig. ...Die Union würde sicherlich multila- teral mit den EFTA-EWR-Staaten verhandeln, aber kaum mit einer ein- zelnen Bewerbung aus Vaduz. ...Sollten Island oder Norwegen – bzw. in Kettenreaktion beide Staaten – einen EU-Beitritt anstreben, könnte die liechtensteinische Regierung auf diesem ‹nordischen Ticket› ebenfalls ein Gesuch nach Brüssel schicken. Vielleicht würde sich die Schweiz – die dann einen integrationspolitischen Alleingang ohne EFTA vor sich hätte – einer solchen ‹Norderweiterung› anschliessen, was die Position Liech- tensteins weiter stärken würde. Ein Beitrittsgesuch zusammen mit Island bzw. Norwegen zu stellen, käme somit einem ‹window of opportunity› gleich.» 3. Die künftige Position des Staates in Europa ist das eine. Das andere be- trifft die Bürger und Bürgerinnen selbst. 
«Wenn auch die Schweiz und die übrigen EFTA-Staaten den Weg in die Union gefunden haben, würde man die Eigenstaatlichkeit des von EU-Staaten umgebenen Nicht-Mit- glieds Liechtenstein nur noch schwerlich erkennen können. Abgesehen von diesem Rückfall in einen mehr oder weniger ausgeprägten ‹Mikro- 210Texte 
aus dem Nachlass von Gerard Batliner
        

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