Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
46
Erscheinungsjahr:
2009
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000304372/191/
Entscheidungsgremien einzuräumen. Das gegenüber Liechtenstein mehr als zehnmal grössere Luxemburg bewegt sich an der Grenze seiner Ka- pazitäten innerhalb der EU. a) 
Kleinszenarien. In Liechtenstein, wo das Volk sich auf sich besonnen und die unfreiheitlichen, einmannbezogenen Verfassungsansinnen des Fürsten frühzeitig abgewehrt hat, haben sich die freien, realitätsnahen wie nach vorn schauenden Kräfte durchgesetzt, die für sich und ihre Kinder und Kindeskinder geordnete Verhältnisse wollen und bereit sind, dafür einen Preis zu zahlen. Man hört, die Liechtensteiner und Liech- tensteinerinnen hätten sich in einer grundlegenden Weichenstellung für ein volles Dazugehören zum EU-Europa (i) oder für ein moderates Draussenbleiben (ii) entschieden. (i) 
Dazugehören zur EU: Die Liechtensteiner als Bündner oder St.Gal- ler. In der ständig komplexer und grossräumigeren politischen Land- schaft haben auch die Schweizer Kantone sich regional zusammenge- schlossen, so die nordostschweizerischen Kantone SG, TG, AI und AR, ebenso die Westschweizer Kantone. Die Liechtensteiner sind Bündner oder St.Galler geworden. Damit ist es den Liechtensteinern gelungen, ihre ständige physische und intellektuelle Überanstrengung los zu wer- den, sich geordnete Verhältnisse zu sichern und gleichzeitig dem EU- Europa voll zuzugehören und endlich normale europäische Bürger zu sein – gleich wie andere. Es wird berichtet, die Bündner oder die St.Gal- ler seien grosszügig gewesen, die Liechtensteiner aufzunehmen. Mit den St.Gallern hatten sie viele wirtschaftliche Beziehungen verbunden und solche im Bildungs- und Gesundheitswesen. Die Bündner mit ihren viel- gestaltigen kantonalen Strukturen hätten sich der alten Verbindungen entsonnen, gehörten doch die Vorfahren der Bündner und Liechtenstei- ner in rätischer und römischer Zeit dem gemeinsamen rätischen Gebiete an. So ist das neue Zusammensein nicht so neu. Ethnisch sollen die Liechtensteiner ohnehin stark rätische (und walserische) Ursprünge ha- ben. Noch bis ins 13. Jahrhundert soll da und dort noch rätoromanisch gesprochen worden sein. Der Klang des liechtensteinischen Dialektes er- innert heute noch an das Bündnerische. Kirchlich waren die Verbindun- gen von frühchristlicher Zeit an sehr eng. 192Texte 
aus dem Nachlass von Gerard Batliner
        

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