Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
46
Erscheinungsjahr:
2009
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000304372/186/
besonders die europäischen, gewillt, auf Umwegen über Liechtenstein Steuersubstanz zu verlieren. Liechtenstein ist in den Schlagzeilen wegen seines Finanzdienstleistungssystems im Verbund mit dem Ausmass der Nutzung der Standortvorteile. Wir sind offenbar ein Störfaktor. Vom Ansehen, das wir durch unsere internationale Präsenz und die EWR- Abstimmungen erlangt hatten, ist im Augenblick nicht viel übrig geblie- ben. Wir sind dabei, die Souveränität international zu «übernutzen» und das Einschreiten der Staatengesellschaft zu provozieren. Wie hart es werden wird, ist nicht leicht genau vorauszusagen. Doch es kann hart werden. Ein Vorteil ist es, dass wir dank der Mitgliedschaft im EWR und im Europarat wenigstens dort unsere Argumente voll einbringen kön- nen – soweit wir solche haben. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen sind wir für viele Einwohner – Reaktionen zeigen es – eine Gesellschaft des schlechten Gewissens geworden. Die aufgezwungenen, unter Um- ständen schmerzlichen Veränderungen sind so auch eine Chance, be- wusstseinsmässig mit uns ins Reine zu kommen sowie die beachtlichen, wirtschaftlich einseitigen Abhängigkeiten zu mildern. Könnte es ferner sein, dass wir, obwohl an den Grenzen der Kapa- zität oder schon darüber hinaus, uns an der Souveränität rein quantitativ unnötig übernommen haben und übernehmen? So hat Liechtenstein bei- spielsweise die Post und die Telekommunikation an Land gezogen, und es leistet sich ein Erzbistum für zehn Pfarreien – genauer: muss es sich leisten.3 Oder kann es sein, dass Liechtenstein im Übermut mit seinen be- grenzten Kräften sonst nicht haushälterisch genug umgeht? Es erlaubt sich einen Verfassungsstreit auf Biegen und Brechen. Der Fürst will mehr Macht. Teilt unser Volk in Freund und Feind, polarisiert, grenzt Gruppen aus, bestraft anderweitige Meinungen und zieht nach Wien, so man seine Forderungen nicht erfüllt. Betitelt die gewählten Volksvertre- ter als «Oligarchen», welche eigene Interessen verfolgen, oder setzt an- dere sonst herab. Hält die begrenzten politischen Kräfte auf Trab und bindet sie mit einer permanenten Verfassungsdiskussion. Bruno Lezzi schreibt in der 
Neuen Zürcher Zeitung(vom 19. Juni 2000) unter dem Titel «Strapazen im Fürstentum Liechtenstein»:187 
Unser Staat 3Anm. der Redaktion: 1997 löste der Papst das Land Liechtenstein aus dem Bistum Chur heraus und erhob es zu einem eigenen Erzbistum.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.