Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
46
Erscheinungsjahr:
2009
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000304372/183/
Der liechtensteinische UNO-Beitritt erfolgte 1990. 1991 wurde Liech- tenstein Vollmitglied der EFTA. 1994 trat es dem GATT bei, dann der Nachfolgeorganisation WTO. 1995 wurde Liechtenstein nach zwei be- fürwortenden Volksabstimmungen Mitglied des EWR. Mit der Mitarbeit im Rahmen der KSZE (heute OSZE) und im Eu- roparat und den zwei befürwortenden Volksabstimmungen für den EWR (trotz des Neins der Schweiz) hat sich das sehr kleine Land gar einen gewissen Respektabstand erworben. Ursprünglich sollte der EWR eine breite Plattform der bisherigen EFTA- und Nicht-EU-Staaten für eine strukturierte Zusammenarbeit mit der EU bilden. Nun gehören dem EWR nebst der EU nur Island, Norwegen und Liechtenstein an. Wie so oft in unserer Geschichte ist dies ein Glücksfall für uns, wie es auch die Mitgliedschaft beim Europarat ist. Das Völkerbundstrauma ist vorbei. Unser Land hat aussenpolitisch eine eindrückliche Karriere ge- macht. Dem entspricht der wirtschaftliche Aufschwung im Innern. Liech- tenstein ist nicht mehr die statisch strukturierte Agrargesellschaft von ehedem. Noch bis ins 19. Jahrhundert hatte beispielsweise Mauren 111 Hausnummern. Wer einen neuen Hausstand gründen wollte und keine Hausnummer hatte, musste auswandern. Mehr Ernährungsbasis war nicht vorhanden. Die Industriegesellschaft hat die Produktions- grundlage vervielfacht. Und inzwischen hat die Finanzdienstleistungs- branche die Produktion ins nahezu Unermessliche gesteigert, mit einem maximalen Nutzen bei minimaler Eigenleistung. Niemand muss mehr auswandern. – Endlich den jahrhundertelangen Heisshunger stillen können. II. DIE GEGENWART Liechtenstein zählt (Statistisches Jahrbuch 1999) 32000 Einwohner. Davon sind 21000 Liechtensteiner. Von den gegen 24000 Erwerbstäti- gen in Liechtenstein wohnen 15000 im Lande. Hinzu kommen gegen 9000 Zupendler aus Vorarlberg, St. Gallen und Graubünden, die hier ar- beiten. Anteilsmässig nehmen die Arbeitskräfte im 1. und 2. Sektor eher ab, im Dienstleistungsbereich zu (über 60 Prozent). Der Wohlstand pro Kopf dürfte zum höchsten der Welt gehören. Liechtenstein zählt über 184Texte 
aus dem Nachlass von Gerard Batliner
        

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