Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
46
Erscheinungsjahr:
2009
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000304372/170/
puter-Rechnungen greifen zu kurz. Nur, wer eine Gesamtschau hat, kann über den morgigen Börsenkurs hinaus einigermassen auch die rein materiellen Kursentwicklungen abschätzen. Die Wettervorhersagen ha- ben an Präzision gewonnen, seitdem via Satelliten Grossaufnahmen ge- macht werden können. Die Welt nicht von unseren Iglus aus betrachten, sondern unseren Standort im Gelände auch von aussen in den Blick neh- men. Unsere Situiertheit auch in historischen Zusammenhängen und grossräumigen Entwicklungen betrachten und darin den Lebenslauf und Werdegang unseres Landes, seine Lebenslinien in die Zukunft und seine Möglichkeiten ausmachen. 3. Dann entscheiden. Lange war die internationale Szene vom Macht- und Gleich - gewichtsdenken beherrscht. «Der Staat ist Macht.» (Heinrich von Treitschke) Das Völkerrecht ist unentwickelt, sozusagen «äusseres Staatsrecht» des absolut souveränen Staates (Georg Friedrich Wilhelm Hegel). Man spricht vom spanischen, vom französischen, vom britischen Zeitalter, von der Hegemonie der Deutschen, bis 1989 vom Gleichge- wicht des Schreckens. Das Denken in Machtkategorien hat zu stets bru- taleren Kriegen ganzer Nationen, zu wahnsinnigem Einander-Ermorden der Völker geführt, liess schliesslich das Bewusstsein der Kollektivver- antwortung («One World«) der Staaten aufdämmern (Völkerbund 1919). Der Völkerbund vermochte den Zweiten Weltkrieg und die prä- zedenzlosen Genozide nicht zu verhindern. 1945 entstand die UNO. Ihre Charta spricht von «Wir, die Völker der Vereinten Nationen». Inzwischen ist die Familie der UNO universal, alle Staaten (185) umfas- send und, auf dem Raumschiff Erde, zur letztlich unteilbaren Schicksals- und Überlebensgemeinschaft (Atomkriege, Weltraumnutzung, Meeres- ressourcen, Atmosphäre, Wasser, Erdschicht, Ökologie, Ernährung, Weltwirtschaft) geworden – und sind die Staaten zur Kooperation ge- zwungen. In Europa gar ist die Zusammenarbeit weiter fortgeschritten. Zu- nächst versammelt sich alles, was sich Staat nennt, um einen Tisch. Es werden gemeinsame Belange besprochen und Entschlüsse gefasst, so dass das Nichtdabeisein prekär werden kann. Mit fortschreitendem Pro- zess verschlechtert sich die Lage. Wer nicht mithält, fällt zurück. Unter grossen Anstrengungen haben die Schweiz, Grossbritannien und andere Staaten die EFTA als Gegenmodell, zumindest als komple- mentäres Modell zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) aufgebaut. Die Pläne sind zerronnen. Die Vorhersagen sind nicht einge- 171 
«Am Sonntagmorgen des 9. April werde ich Ja stimmen»
        

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