Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
46
Erscheinungsjahr:
2009
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000304372/160/
Staatengemeinschaft müssen dies alle tun –, hat dies Folgen für die Poli- tik der Staaten. Kann ein Staat seine Aussenpolitik, wie zum Beispiel neulich formuliert und wie es die meisten Staaten praktizieren, noch wie folgt festlegen? «Die Interessenwahrung ist nicht nur Ziel und Mittel der Aussenpolitik, sondern ihre primäre Aufgabe, ein alles durchdringendes Motiv, gewissermassen Rechtfertigung und Beweggrund jeglicher aus- senpolitischen Aktivität.» Pech für die Vierte Welt! Rat- und hilflos, wütend, verzweifelt sind wir Zeugen der in Ex-Jugoslawien sich abspielenden Tragödie. Etwas Unstimmiges schleicht sich beim Zuschauen bis in unsere schönen Ordnungen zu Hause. Unser Gastgeber und KSZE-Experte Thomas Fleiner kann sicher Wesentliches dazu sagen. Es ist schwer zu verhindern, dass Menschen und Völker einander hassen. Daher tragen sie voreinander die grössere Schuld. Doch wenn der Hass zu ethnischer Säuberung und Völkermord eskaliert, verstrickt sich die Staatengemeinschaft nicht ebenfalls in Schuld – vor allem eine ständig mitmischende (im 19. Jahrhundert und nach 1918, Staatenanerkennung, Waffenembargo mit der Wirkung einseitiger Schwächung des Rechts auf Selbstverteidigung, Erklärungen der Militär- mächte und des Sicherheitsrates), Hoffnungen weckende, geschwätzige und wiederum untätige Staatengemeinschaft? Als Hans Jonas – wir ken- nen seinen kategorischen Imperativ 
für das Leben– im Zweiten Welt- krieg Recht und Freiheit in den Fundamenten bedroht sah, zögerte er nicht, sich als Ausländer zum britischen Militärdienst zu melden. Doch in wessen Dienst wollte er heute treten, es sei denn zur Verhinderung von Krieg in einer als Gemeinschaft wahrgenommenen Staatenwelt? Nach einer neuen Studie amerikanischer Experten, die an der Jah- restagung der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissen- schaften in San Francisco veröffentlicht wurde, soll die Erde in 100 Jah- ren noch Ressourcen für zwei Milliarden Menschen besitzen. Peter Sala- din verdanken wir eindringliche Studien und Vorschläge zum Thema Ökologie. Die Mönche und die Benediktiner, denen das Kloster Disen- tis seine Gründung verdankt, würden ohne Zögern die Erhaltung und Pflege von Erde, Luft und Wasser zur Kultur zählen. Das Wort «colere» reicht von der Bodenkultur bis zur Feier des Kultes. Die Erhaltung und Hege der Natur ist basal Kultur. Ohne sie kein Leben und keine Freiheit. Die Schweizer haben mich beeindruckt, als sie sich in der Volksabstim- mung über die Alpeninitiative schützend vor ihre Urner Landsleute stellten. 160Texte 
aus dem Nachlass von Gerard Batliner
        

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