Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
46
Erscheinungsjahr:
2009
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000304372/155/
sches Potential anzuziehen, unserer rechtlich flexiblen Nischenpolitik und unserer sprichwörtlichen Verliebtheit ins Arbeiten sollte dieses Mehr zu sichern sein. So ausgerüstet dürfen wir – wie die vier Votanten zum Wirtschaftsstandort – uns dem Leben stellen. 5. Schliesslich unsere Lebenslinie in der Hand der Geschichte nicht be- enden, die uns seit 1342 über 1719 (Sitz und Stimme im Reichstag), 1806 (Souveränität) durch schwierige Phasen – der Merkwürdigkeiten sind genug – im Deutschen Bund, im Ersten und Zweiten Weltkrieg bis zur Aufnahme in die UNO geführt hat, sondern ihr, zwar nicht abergläu- bisch oder unvernünftig, aber doch mit einer gewissen Gelassenheit fol- gen. Sollte diese Linie abbrechen, weil unsere Kräfte wirklich nicht mehr reichen, dann setzen wir mit Würde den Akt des hoffentlich noch mög- lichen Eintritts in einen anderen, stärkeren und schützenden Verband – anstatt uns an den Wegrand zu legen. 6. Zu allerletzt. Das Leben ist die Zukunft. Der Staat der Zukunft wird ein kooperativer und ein solidarischer sein – oder die Humandimension verfehlen. Uns am ganzen Menschen orientieren, der die Staaten über- dauert; und der seit dem Abschied aus dem Paradies stets neu erfährt, dass ohne Schweiss der Erfolg und auch das Glück auf Dauer nicht zu haben sind. Ich möchte mich anstrengen müssen. Ich möchte ein nor- maler Mensch und Bürger sein, weder ein Ötzi aus fremder Zeit noch ein Gartenzwerg noch ein hirntoter 1.-Klass-Patient noch ein blosser Zu- schauer. Möchte wie andere Verantwortung tragen für diesen Kontinent. Möchte, dass der Ausländer neben mir, den wir brauchen, gern zu uns kommt, weil er gleich behandelt ist, und nicht ständig auf seinen Pass schielt und bedenkt, wieviel an Lebenszeit er auf dem FL-Abstellgleis verliere. Ich möchte, dass unsere Kinder Perspektiven haben und aus- wärts gleichbehandelt werden und den gleichen sozialen Schutz genies- sen – ein Traum, den unsere Alten und unsere Ururvorfahren nicht zu träumen wagten, der aber nicht unrealistisch ist für unsere Kinder. Am 13. Dezember werde ich ja stimmen, auch wenn mir einiges am EWR nicht passt; ja auch bei einem schweizerischen Nein zum EWR, obwohl ich mir bewusst bin, dass bei einem schweizerischen Nein auch Liechtenstein den EWR nicht ratifizieren darf. Aber ich befürchte, dass nach einem Nein der Schweiz zu viele Liechtensteiner ebenso ablehnen 155 
Vor der EWR-Abstimmung in unserem Land – Liechtenstein am Scheideweg
        

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