Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
46
Erscheinungsjahr:
2009
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000304372/146/
Der Fünfte:Es hätte noch ein Fünfter zu Wort kommen sollen. Er kann sich schwerer artikulieren. Es ist der Mann hinten auf dem Trittbrett des Müllabfuhrwagens sowie noch andere von der niedrigeren Arbeiterkate- gorie. Ein Teil von ihnen kann die Familie nicht herbringen, auch wenn er möchte. Ist einer mit seinem Arbeitgeber unzufrieden, kann er den Arbeitsplatz nur wechseln mit Bewilligung der liechtensteinischen Be- hörde und sonst das Land verlassen. Dieser Fünfte ist einer, der auf ein Mehr an Menschlichkeit setzt im 
EWR. VI. WELCHEN STAAT WOLLEN WIR – ODER WOLLEN WIR DEN 
STAAT? 1.Die traditionelle internationale Lage Ich blende um Jahrzehnte und ins 19. Jahrhundert und weiter zurück. Wir finden eine individualistisch strukturierte Staatengesellschaft vor. Das Völkerrecht als internationales Recht ist schwach ausgebildet und unbewehrt. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts hat Hegel das Völkerrecht als (bloss) «äusseres Staatsrecht» bezeichnet, als das, woran sich eine Na- tion selbst bindet und es auch zurücknehmen kann. Das alte Völkerrecht beschränkt sich auf einige Minima des zwischenstaatlichen Verkehrs, da- runter besonders das Immunitätsrecht für Diplomaten, denn die Verbin- dungen zwischen Staaten können nur funktionieren, wenn die diploma- tischen Vertreter im Gaststaat den Schutz der Immunität geniessen; fer- ner das Ausländerrecht, wo jeder Staat versucht, seine Staatsangehörigen im jeweils anderen Staat zu schützen; und schliesslich das Kriegsvölker- recht. «Der Staat ist Macht.» (Heinrich von Treitschke) Und Macht ist der Faktor der Aussenbeziehungen. Wilhelm Grewe spricht vom spani- schen Zeitalter, vom französischen, vom englischen Zeitalter, von der Hegemonie der Deutschen usf. Der prekäre und stets wieder gebrochene Friede wird durch wechselnde Machtallianzen bis zum Gleichgewicht des Schreckens gesichert. Nach Solferino (1859) bringt das Rote Kreuz wenigstens seine kleine Humanität in die grosse Inhumanität der Kriege. Es bedurfte der Schrecken des Ersten Weltkrieges, um die Idee der Menschheit als einer Schicksalsgemeinschaft («one world») aufdämmern zu lassen. Aber der 1919 gegründete Völkerbund war noch eine Ge- 146Texte 
aus dem Nachlass von Gerard Batliner
        

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