Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
46
Erscheinungsjahr:
2009
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000304372/145/
schlossen und über die Gruppenfirmen nur unter Aufgabe von For- schungs- und Fertigungsmöglichkeiten in Liechtenstein möglich. Ande- rerseits hat der Forschungs- und Fertigungsplatz Liechtenstein zwar hohe Kosten, aber auch erhebliche Vorteile in sozialer und steuerlicher Hinsicht (zum Beispiel Arbeitsfrieden). Sollten die Schweiz und Liech- tenstein unterschiedlich zum EWR-Vertrag abstimmen, droht eine zu- sätzliche, erhebliche Behinderung zwischen den beiden Werken in Bal- zers und 
Trübbach.» William Hoop:«Die europäische und damit auch unsere Industrie befin- den sich in einer Umstellung. Durch hochproduktive Technologien, massiven Kapitaleinsatz bei sinkendem Personalbedarf werden grosse Mengen nur noch schwer absetzbarer Güter erzeugt. Unsere Industrie muss grosse Anstrengungen machen, um zu überleben. Sie braucht In- telligenz, Kapital und einen grossen eigenen Markt. Wir brauchen unsere Industrie, und der EWR scheint mir die optimaIe Basis für ihre Zukunft zu 
sein.» Dr. Rolf Kormann:«Der europäische Integrationsprozess ist irreversibel und führt mit oder ohne EWR zu Anpassungszwängen, zum Beispiel in dem für Banken wichtigen Aktien-, Bilanz- und Börsenrecht. Unsere Standortvorteile werden sich auch ohne EWR relativieren, da selbst EG- Mitglieder ihre Finanzmärkte weiter liberalisieren und neue Standort- vorteile schaffen, zum Beispiel Luxemburg und Holland. Wir müssen deshalb sowohl für unsere Standortvorteile kämpfen als auch die von uns selbst beeinflussbaren Stärken fördern, nämlich: ein überdurch- schnittliches Leistungsniveau sicherstellen, einen hervorragenden Kun- denservice gewährleisten, unser solides Fachwissen gezielt einsetzen, uns permanent weiterbilden, uns einem hohen Berufsethos verpflichtet füh- len und Gewähr für einwandfreies Geschäftsgebaren bieten. Dies bedeu- tet Bereitschaft, mehr als andere zu leisten, aber auch gelegentlich ver- zichten zu können und verkraftbare Opfer zu erbringen. Im europäi- schen Zusammenschluss gewinnt der altrömische Grundsatz do ut des (gebe, damit dir gegeben wird) wieder an Bedeutung. Ich bin überzeugt, dass wir die beispielhaft aufgezählten und allgemein anerkannten Stär- ken in einem EWR längerfristig besser zum Tragen bringen und unsere Standortvorteile wirkungsvoller wahren können als bei einem Abseits- stehen.»145 
Vor der EWR-Abstimmung in unserem Land – Liechtenstein am Scheideweg
        

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