Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
46
Erscheinungsjahr:
2009
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000304372/144/
V. DER WIRTSCHAFTSSTANDORT LIECHTENSTEIN Die Arbeit zu diesem Unterkapitel habe ich an zwei Liechtensteiner und zwei Ausländer delegiert und diese um kurze Statements gebeten: Geb- hard Hoch, Triesen; Dr. Jörg Vogel, Leiter der Balzers Gruppe; William Hoop, Eschen; Dr. Rolf Kormann, Generaldirektor der VPBank. Ich verlese ihre persönlichen 
Stellungnahmen. Gebhard Hoch:«Der Finanzdienstleistungssektor wird sich anzupassen wissen, wie immer die EWR-Abstimmung ausfällt. Viele ausländische Kunden äussern Besorgnis über einen allfälligen EWR-Beitritt Liechten- steins. Ich bin der Meinung, dass wir im Verbund mit der Schweiz, Lu- xemburg und eventuell auch Österreich besser als allein in der Lage sind, das Bankgeheimnis zu verteidigen sowie gegen Steuerharmonisierung und die damit verbundene Gefahr des Informationsaustausches zwi- schen den Finanzämtern anzukämpfen. Diese sensiblen Bereiche dürfen nicht tangiert werden, wenn unser Finanzdienstleistungsgeschäft nicht nachhaltig gestört werden soll. Dies vorausgesetzt, sehe ich für die Liechtensteiner Banken und Treuhänder intakte Wachstumschancen, ob im EWR oder zusammen mit der Schweiz ausserhalb. Nur wenn wir iso- liert abseits stehen, bange ich um unsere Zukunft. Natürlich wäre mir der sogenannte vierte Weg am liebsten, doch zweifle ich an dessen Rea- lisierbarkeit.» Dr. Jörg Vogel:«Die Balzers Gruppe setzt 60 Prozent ihrer Produkte im EG-EFTA-Raum ab. Die Balzers AG in Balzers mit 50 Prozent Anteil am Gruppenumsatz produziert Waren, die zu 15 Prozent in die Schweiz, zu 7 Prozent in die anderen EFTA-Staaten gehen und zu 78 Prozent in die EG. Aus diesen Zahlen geht bereits die hohe Abhängigkeit der Bal- zers AG von der EG und den anderen EFTA-Staaten hervor. Die Bal- zers-Gruppe hat aus Gründen der Kundennähe fünf Fertigungsstand- orte in der EG errichtet, um einen Teil der bisherigen Nachteile im grenzüberschreitenden Verkehr zu verringern. Der Zugang zu wissen- schaftlichen Programmen der EG, zu der unsere drei grössten Konkur- renten in Deutschland, Grossbritannien und Frankreich Zugang haben, sowie die Möglichkeiten, die benötigten Spezialisten aus einem grossen Reservoir auszusuchen, sind der Balzers AG ausserhalb eines EWR ver- 144Texte 
aus dem Nachlass von Gerard Batliner
        

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