Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
46
Erscheinungsjahr:
2009
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000304372/135/
den wirklich Schwächsten treten, sind selten. Liechtenstein ist so klein, dass man ihm gewogen sein kann, ihm helfen kann, ohne den Interessen der eigenen Nation zu schaden. Dieser besondere Umstand und die Mo- narchie bringen uns Wohlwollen. Wir haben viele Freunde. Unser Land hat die Chance guter Freunde in der Welt. Ein sehr kleines Land kann man lieben. Vielleicht haben Sie von je- nem Balzner gehört, dessen Asche zusammen mit derjenigen seiner Ehe- frau voriges Jahr auf dem Balzner Friedhof beigesetzt wurde. Als Aus- wanderer in die USA wollte er den Lebensabend in seiner liechtensteini- schen Heimat verbringen. Als ihm dies versagt geblieben war, hatte er angeordnet, dass wenigstens seine Asche und die seiner bereits verstor- benen Frau in der Balzner Heimaterde Aufnahme finde. Den Liechten- steiner im Ausland packt schnell einmal das Heimweh. Und erinnern wir uns der einleitend zitierten Aussage von Alexander Frick über Liechten - stein als seine Heimat. Am Anfang unserer Unabhängigkeit steht nicht ein Schwur, nicht ein Befreiungskrieg, nicht eine Ausrufung der Republik. Wir feiern an Mariä Himmelfahrt den Staatsfeiertag. Unsere Hymne «Oben am jun- gen Rhein lehnet sich Liechtenstein» hat nichts Kämpferisches. Doch et- was haben wir den Grösseren voraus. Franz Gschnitzer beschreibt das Phänomen in der schönen Gedächtnisschrift für Ludwig Marxer: «Im Kleinstaat fallen Staatsbewusstsein und Heimatgefühl zusam- men. Das im Grossstaat nur zu leicht verblassende Staatsbewusstsein wird im Kleinstaat durch das lebendige Heimatgefühl gehalten und ver- stärkt. Der Kleinstaat steht seinem Bürger viel näher als der Grossstaat. Hier tritt dem Bürger kein bürokratischer Mechanismus anonym und fremd, fast feindlich gegenüber. Der Bürger wird manchen Mangel der kleinen Verhältnisse gern dafür in Kauf nehmen. [...] Er wird sich ganz anders als im Grossstaat als mitbestimmend fühlen. Sein Land ist ihm Staat und Heimat zugleich.» Staat und Heimat zugleich, das ist etwas Intensives, Stärkendes bei aller 
Schwäche. V. Wir sprachen von den vier Identitätsmerkmalen, der Integration der Be- völkerung, der Erhaltung der Landschaft, den Institutionen und der 135 
Gedanken zu aktuellen Problemen des Fürstentums Liechtenstein
        

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