Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
46
Erscheinungsjahr:
2009
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000304372/131/
wegschneidet. Das ist für Erwachsene recht langweilig. Wahrhaftigkeit ist das Fundament des Umganges im öffentlichen wie im privaten Leben und lebenswichtig für die Demokratie. Sonst verpasst man einander, und verpasst die Sache. Unser Land ist zu klein, und der Kräfte sind zu we- nige, als dass wir uns leisten könnten, die Sache zu verfehlen, vor lauter Werbung und Gegenwerbung. Mir scheint, dass neue Formen des Wett- bewerbs der Parteien gefunden werden müssen, mit intensiver Aufrich- tigkeit, radikaler Sachlichkeit, mit Aufeinanderhören, mit Zusammenar- beit wie mit klarer Opposition. e)Über die katholische Kirche gäbe es zu reden Über Jahrhunderte war sie ein Orientierungs- und Ordnungsfaktor. Die heutige Verbindung von Thron und Altar ist meines Erachtens geeignet, die gewandelte Wirklichkeit zu verdecken. Man kann sich fragen, ob bei einer teilweisen Trennung von Kirche und Staat nicht eine wohltuende Klärung eintreten und auf schmalerer Basis erfrischenderes und enga- gierteres religiöses Leben spriessen würde. f)Wirtschaft, geistige und kulturelle Verfasstheit Der Banken- und Treuhändersektor erfasst immer weitere Bereiche un- seres gesamten staatlichen Lebens. Vielen ist es zu einem Problem ge- worden, wie Liechtenstein zu seinem Geld kommt. Ich meine damit nicht die eigentlichen Affären. Sie sind nie ganz zu vermeiden, und sie gehören geahndet. Ich meine die vielen übrigen Geschäfte, die zwischen Moral und Amoral angesiedelt sind und viel Geld ins Land bringen. Es geht hier vor allem um das Mass. Achten wir auf die feinen Gerechtig- keitsgefühle in unserem Volk. Ein Staat, dem die Besten sich entfremden, gerät bald auf die schiefe Ebene. Die Diskussion über dieses Thema hat kaum erst begonnen und ist noch zu führen. Daran müssen auch die denken, die für einen Alleingang unseres Landes in Europa plädieren und glauben, die Geschäfte unbeirrt weiterführen, ja vielleicht steigern zu können. Unser Land ist keine Kulturnation. Armut liess wenig Dorfkultur entstehen. Die Dörfer sind zersiedelt. Das Problem des Verkehrs ist un- 131 
Gedanken zu aktuellen Problemen des Fürstentums Liechtenstein
        

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