Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
46
Erscheinungsjahr:
2009
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000304372/125/
paar schöne Staustufenseelein. Es ist die Frage, ob wir die technische Herrschaft und das Verfügungsrecht über dieses Land an uns reissen und einer künstlichen Nutzung – morgen ist es eine noch günstigere – unterwerfen oder ob wir es als etwas von den Vorfahren Ererbtes, Un- antastbares betrachten und es in seiner Identität und Unversehrtheit be- lassen. Manche sehen schon ein Konsumzentrum von Tausenden von wei- teren Einwohnern, Bodenkäufern und Mietern, von Bankfilialen und In- dustriehallen. Es braucht so etwas wie eine Koalition der Kräfte der al- ten Volkspartei und der Bürgerpartei zusammen mit der Gesellschaft für Umweltschutz und der Freien Liste, um dieses agrarische Land zu er- halten. Nur ein Blinder vermöchte nicht die Schönheit dieses Gebietes zu sehen, mitten im nördlichen Alpenbogen gelegen, an der Nord-Süd-Öff- nung der Alpen. Das Leben fühlt sich wohl in diesem Raum. Das Leben liebt diesen Flecken. Mario Broggi schreibt: «Das Besondere an Liechtensteins Natur ist der auf so kleiner Flä- che komprimiert vorhandene Reichtum an Lebewesen und Pflanzen [...] genau auf der Grenzlinie zwischen den West- und Ostalpen. [...] Weitere prägende Faktoren sind der Übergang des ozeanisch gefärbten Boden- seeklimas zum kontinentaleren mit Einfluss des Churer Beckens sowie in der dritten Dimension die starke vertikale Gliederung des Landes von 430 bis 2600 Meter. – Insgesamt konnten in Liechtenstein bisher rund 1600 Gefässpflanzenarten nachgewiesen werden. In der 258mal grösse- ren Schweiz sind rund 2700 Arten bekannt. Allein in der südlichen Lan- deshälfte in Balzers besteht mit den dort besonders vielfältigen natur- räumlichen Rahmenbedingungen der grösste festgestellte Artenreichtum innerhalb der gesamtösterreichischen Pflanzenkartierung. Diese deckt die Ostalpen bis zum Alpenrhein ab.» Dieses Landschaftserbe ist ein Lebens- und Kulturgut ersten Ran- ges in einer Welt, die immer mehr von menschlicher Hand geformt und verändert wird. Die Boutiquen und Parkplätze und die Gebäudesilos von Vaduz auf ganz Liechtenstein erstreckt, das ist nicht mehr Liechten- stein – ganz abgesehen von den ökologischen Begrenzungen. Wir kön- nen im Welthaushalt der Ökologie gegenüber anderen nicht das Vielfa- che an ökologischer Nutzung auf Dauer an uns reissen. Dieses Erbe ist ein echtes Gut, Identitätsmerkmal von Liechtenstein. Wollen wir es er- halten, ist eine enorme Willensanstrengung nötig.125 
Gedanken zu aktuellen Problemen des Fürstentums Liechtenstein
        

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