Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
46
Erscheinungsjahr:
2009
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000304372/124/
Wohin wollen wir? Wir sind gestreng mit den Saisonniers, die ohne ihre Familien in Liechtenstein arbeiten müssen. Die Familien der Auf- enthalter dürfen nach fünf Jahren nachziehen. Unsere Praxis ist etwas für andere in Europa Unakzeptables. Liechtenstein hat Arbeiter kom- men lassen, aber ihre Integration kaum gelöst. Vielleicht tut uns das fri- sche Blut der Zugelassenen physisch und geistig gut. Ihre Verbindung mit diesem Land ist eine Realität. Die hier schon in der zweiten Genera- tion Wohnhaften müssten eingebürgert werden, sonst sterben unsere In- stitutionen, und die Ausländer bleiben ein zu mächtiger Fremdkörper in unserem kleinen Land. Fällig ist, solange es noch Zeit ist, die Identifika- tion der Ausländer mit unserem Land durch Akzeptanz und Integration dessen, was längst wirtschaftlich gutgeheissen ist. Der Europäische Wirt- schaftsraum (EWR) wird uns zwingen, die Ausländer wirtschaftlich in weiten Bereichen den Liechtensteinern 
gleichzustellen. 2.Unser Territorium und unsere Landschaft Wir sind befähigt, über die Landschaft zu verfügen. Wir können aus un- serem Land einen Stadtstaat machen, nicht von heute auf morgen, aber auf übermorgen – so wie beispielsweise die Maurer Industriezone in we- nigen Jahren fast völlig verändert und mit Bauten besetzt wurde. Das 1988 benötigte liechtensteinische Bauvolumen entsprach einem Äqui - valent von über 800 Eigenheim-Häusern bei 28000 Einwohnern, das Bauvolumen 1989 war nur unwesentlich geringer. Im Unterland ist eine explodierende Bautätigkeit im Gange. Die Erhaltung des Landwirt- schaftsgebietes dient unserer Selbstversorgung, aber nicht nur der Selbst- versorgung. Es geht um Tieferes, um die Frage, welches Land wollen wir? Ein Stadtstaat Liechtenstein mit 100000 interessanten Konsumen- ten wäre ein anderes Liechtenstein. Wir haben zwar die agrarischen Er- werbsstrukturen fast vollständig abgestreift, aber die agrarisch geprägte Landschaft ist zum Teil noch vorhanden. Wenn wir dieses überkommene Landschaftserbe nicht als etwas Unantastbares betrachten, wird aus un- serem Gebiet ein anderes Liechtenstein. Es wäre ein dem technischen und geschäftigen Zugriff ausgeliefertes Liechtenstein. Daher ist auch das Verhalten gegenüber dem Rheinkraftwerk etwas so Bedeutendes. Dies haben die Gesellschaft für Umweltschutz und die Freie Liste erkannt. Es geht nicht bloss um die Erhaltung von Grundwasser oder um ein 124Texte 
aus dem Nachlass von Gerard Batliner
        

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