Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
46
Erscheinungsjahr:
2009
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000304372/120/
letzten Loch pfeifen würden. Zugleich spricht aus diesen Dokumenten ein geradezu angestrengter Wille zur Erhaltung unseres 
Landes. II. Liechtenstein darf nicht vergessen, dass es viel der Fügung und wenig der eigenen Leistung verdankt. Doch langsam beginnt es, seine Vergangenheit abzustreifen, etwa seine Armut oder sein Objektsein in der Aussenpolitik. Ich blende zurück: Der Schweizerische Bundesrat schreibt 1923 in seiner Botschaft betreffend den Vertrag über den Anschluss des Fürs- tentums Liechtenstein an das schweizerische Zollgebiet über die wirt- schaftlichen Verhältnisse in Liechtenstein: «Der wichtigste Erwerbszweig der (liechtensteinischen) Bevölke- rung ist die Viehzucht. [...] Viele Liechtensteiner und Liechtensteinerin- nen wandern jährlich aus, um als Maurer, Gipser, Waldarbeiter, Dienst- mädchen etc., namentlich in der Schweiz, ihr Brot zu verdienen und Er- sparnisse zu machen.» 1990 zählt Liechtenstein zu den wohlhabendsten Ländern der Welt. Der Arbeitsmarkt ist ausgetrocknet. Liechtenstein bietet derzeit über 19000 Arbeitsplätze. Es könnte mehr anbieten. 6500 Grenzgänger kommen täglich zur Arbeit hierher. Auch aussenpolitisch sind die Erfolge verblüffend. Blicken wir nochmals zurück in die Anfangszeit des Völkerbundes, dem Vorläufer der UNO. Das liechtensteinische Gesuch um Aufnahme wird behandelt und im Dezember 1920 von der Vereinigten Völkerbundsversammlung mit 28 zu 1 Stimme abgelehnt. Diese grosse Schlappe begleitete uns als unser Völkerbundstrauma aussenpolitisch bis in die neueste Zeit. Bereits eine Unterkommission und die Fünfte Kommission des Völkerbundes, welche damals die Aufnahme neuer Mitglieder zu prüfen hatte, waren zum Schluss gekommen, dass die liechtensteinische Souveränität zwar nicht in Zweifel gezogen werden könne, die Oberfläche des Territoriums jedoch sehr gering und die Einwohnerzahl klein seien. Es sei diesem Staate unmöglich, den ihm gemäss Satzungen des Völkerbundes zufal- lenden internationalen Verpflichtungen nachzukommen. New York, September 1990. Liechtenstein wird von der General- versammlung mit Akklamation als 160. Mitglied in die UNO aufge- 120Texte 
aus dem Nachlass von Gerard Batliner
        

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