Areal von Gutenberg stattfanden, als die Familie auf der in den 
Jahren 1905 bis 1912 wieder erbauten Burg ihren Wohnsitz hatte. 
Rudolf wie auch seine beiden Brüder Hans und Peter waren der 
Geschichte und der archäologischen Forschung gleichermassen 
zugetan wie ihr Vater Egon. So war er während 36 Jahren Vor- 
standsmitglied des Historischen Vereins für das Fürstentum Liech- 
tenstein und veröffentlichte in dessen Jahrbuchreihe zahlreiche 
landeskundliche und medizinhistorische Beiträge. 
In einer ihn auszeichnenden sachlichen, nüchternen und schnör- 
kellosen, aber authentischen Weise beschreibt Rudolf Rheinber- 
ger in seinen «Erinnerungen» die archäologischen Forschungen 
auf Gutenberg, bei denen er und seine beiden Brüder unter der 
Obhut ihres Vaters mitwirkten: 
«Seit Beginn des Wiederaufbaues der Burg Gutenberg 1904/05 
hatte mein Vater immer wieder im Bereiche des Burghügels Ein- 
zelfunde aus historischer und prähistorischer Zeit gemacht. Schon 
während seiner Studienzeit hatte er sich mit der Vor- und Früh- 
geschichte befasst und sein Interesse daran blieb ihm sein ganzes 
Leben erhalten. So war allmählich eine ansehnliche Sammlung 
mittelalterlicher Pfeilspitzen, römischer Münzen und von Kera- 
mikresten aus práhistorischen Zeiten zusammengekommen. 
Besonders aufgefallen war ihm aber, dass am Osthang des Sporns 
zwischen Kirche und Wanne die Erde tiefschwarz und mit kleins- 
ten verbrannten Knochensplittern durchsetzt war. Diese Erde 
musste vom «Glinzgelebócheb, der gegen die Wanne mit einem 
steilen Felsen abfillt, gegen Osten abgeschwemmt worden sein. 
Als Vorstandsmitglied und Konservator des Historischen Vereins 
veranlasste er, auf dem «Glinzgelebócheb im September 1930 eine 
erste Ausgrabung vorzunehmen. Als Leiter dieser Ausgrabung 
konnte der Konservator des Bregenzer Landesmuseums, Adolf 
Hild, gewonnen werden. Dies war der eigentliche Anfang der prá- 
historischen Erforschung Liechtensteins. Obwohl man «an ver- 
schiedenen Stellen des Platzes das Vorkommen kompakter Schich- 
ten von bis zu 1 cm langen, oft winzigen Splittern durch und durch 
verbrannter Knochen feststellte, blieb dies die cátselhafteste der 
Erscheinungen» am Ausgrabungsplatz, und die wahre Bedeutung 
als Brandopferplatz wurde erst nach und nach erkannt. Im náchs- 
ten Jahr ergab ein Versuchsschnitt gegen den Gemüsegarten wei- 
tere Siedlungshinweise und einen Skelettfund. Weitere Ausgra- 
bungen fanden 1931 nicht statt. 
Rheinberger als Archäologe 73 
 
        

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