Egon Rheinberger erblickte am 14. Januar 1870 im Roten Haus in 
Vaduz das Licht der Welt. Seine Eltern waren der Landestechniker 
Peter Rheinberger und Therese, Tochter des Vaduzer Löwenwirts 
Josef Anton Rheinberger. Egon war der einzige Sohn des Paares, 
er hatte jedoch drei Schwestern: Hermine, Olga und Emma. 
Von 1881 bis 1886 besuchte er das Feldkircher Gymnasium, 
anschliessend liess er sich bis 1896 an der Kunstgewerbeschule 
München und an der Münchner Kunstakademie zum Bildhauer 
ausbilden. Hier schloss Rheinberger wichtige Freundschaften, 
etwa mit den Bildhauern Heinrich Wadere und Georg Wrba. Nor- 
bert W. Hasler 1888 wurde er Mitglied des Albrecht-Dürer- 
Vereins. Seine Erfahrungen und Kenntnisse erweiterte er durch 
Reisen nach Nürnberg, Augsburg und Wien, wo er auch die 
Sammlungen der Fürsten von Liechtenstein kennenlernte. Eine 
Studienreise, ermöglicht durch ein fürstliches Stipendium, führte 
ihn 1897 nach Italien. Sein künstlerisches Interesse konzentrierte 
sich mehr und mehr auf das Mittelalter, vor allem auf die Gotik. 
1896 nahm er in München eine Tätigkeit als freischaffender Bild- 
hauer auf. Ein Jahr später verlor er sein Frühwerk an Plastiken 
und Zeichnungen durch einen Diebstahl. 
Rheinberger kehrte 1898 nach Vaduz zurück, wirkte aber in den 
Jahren 1899 bis 1901 im Auftrag von Fürst Johann II. von Liech- 
tenstein und Hans Graf von Wilczek in Niederösterreich beim Wie- 
deraufbau der Burgen Liechtenstein und Kreuzenstein mit. Der 
Schwerpunkt seiner Arbeiten lag auf der künstlerischen Ausstat- 
tung der Räumlichkeiten. Als erstes selbstständiges architektoni- 
sches Werk realisierte er 1900/1901 nach seinem Entwurf den 
Westturm der Burg Liechtenstein bei Mödling. 
Ab 1902 lebte Egon Rheinberger ganz in Liechtenstein. Er wohnte 
zunächst im Roten Haus in Vaduz und übersiedelte 1912 auf seine 
Burg Gutenberg in Balzers, wo er sich heimisch fühlte. 
Beruflich betätigte sich Rheinberger als Bildhauer und Architekt. 
Ein erstes Projekt bildete von 1902 bis 1905 der Umbau des Roten 
Hauses, wo sich bei der gotischen Stube aus Feldkirch sowie beim 
Turmanbau der Einfluss des Heimatstils deutlich zeigt. Von 1902 
bis 1904 befasste er sich mit Restaurierungsfragen von Schloss 
Vaduz und gehörte von 1904 bis 1907 als Mitglied der Vaduzer 
Schlossbaukommission an. 
Ein wichtiges Ereignis war 1904 der Erwerb der Burgruine Guten- 
berg und in der Folge deren Wiederherstellung bis zum Jahr 1910. 
In Liechtenstein verwurzelt 9 
 
        

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