Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
45
Erscheinungsjahr:
2009
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000293176/42/
Ein Bodensee-Zürichsee? Wie neuere Bohrungen belegen, gibt es bei Sargans keine Felsschwelle zwischen Rhein- und Seeztal, im Gegenteil es liegen durchgehend Seese- dimente in der Tiefe vor (Müller 1995). Da gleichzeitig mit dem Rhein- tal auch das Walensee-Seeztal eisfrei wurde und die Linthebene noch Zü- richsee war, könnte sich kurzfristig ein Bodensee-Walensee-Zürichsee, der sich bis über Chur hinaus erstreckte, gebildet haben. Mit der dreifa- chen Fläche des heutigen Bodensees wäre dies mit Abstand der grösste Alpenrandsee gewesen, der je existiert 
hätte. Das 5-Seen-Stadium Die Lebensdauer dieses Riesensees kann aber nur sehr kurz gewesen sein. Die in den grossen Tälern und an den Bergflanken abschmelzenden Gletscher hinterliessen gewaltige, unkonsolidierte Schuttmassen. Zudem schützte noch keine geschlossene Vegetationsdecke vor Erosion. Des- halb müssen Schmelzwässer, Flüsse und Bergbäche in kurzer Zeit unge- heure Schuttmengen in den Rheintal-Walensee geschwemmt haben. In den Bodensee-Sedimenten bleiben ab 16 500 Eisberg-transpor- tierte Gerölle (dropstones) aus (Wessels 1995), was zweierlei aussagt: Einerseits ist damit gegeben, dass die Eisberge produzierende Gletscher- front nicht mehr im See, sondern oberhalb Chur endete, gemäss Ab- schätzung im Raum Domat-Ems (Kap. 7). Anderseits konnten im Rhein talsee driftende Eisberge den Durchlass zum Bodensee nicht mehr passieren. Das bedeutet, dass vor etwa 16000 Jahren, als der kurzfristige See im Walgau zugeschüttet war (Simons 1985, Jordi 1986), das Ill-Delta bei Feldkirch die Gegenseite erreichte und den Rheintalsee vom Boden- 42Oskar 
Keller Abb. 18: Nachdem der Rheingletscher sich bis ins innere Graubünden zurück- gezogen hatte, begannen die schuttbeladenen Schmelzwasserströme den riesi- gen See im Alpenrheintal zuzuschütten. Vor allem die wasserreichen Flüsse bauten in kurzer Zeit grosse Deltas auf und unterteilten den See in mehrere Teilbecken. So existierten um etwa 15000 vor heute nebst dem Bodensee und dem Zürichsee (links ausserhalb der Karte) gleichzeitig der Walensee, ein Rheintalsee und ein Churer See.
        

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