Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
45
Erscheinungsjahr:
2009
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000293176/122/
4.4 Gezielte Gestaltung der Landschaft – solidarische Planungskultur Bisher war die Landschaftsentwicklung weitgehend eine Einbahnstrasse. Wir haben einst geschaffene Landschaftswerte aufgebraucht und besei- tigt, ohne neue zu schaffen. Es geht keineswegs darum, im Namen der Landschaft der Gesellschaft den erforderlichen Entwicklungsspielraum zu nehmen. Aber wir müssen uns bewusst werden, dass der Konsum auch mit der Verpflichtung verbunden ist, neue landschaftliche Qualitä- ten zu schaffen. Im Alpenrheintal bieten sich in diesem Zusammenhang verschiedene Handlungsfelder an: – Aufwertung der Lebensader Rhein: Der Rhein ist die Lebensader un- seres Tales, und er hat die Landschaft wesentlich mitgestaltet. Er ist für einen grossen Teil der Bevölkerung ein wichtiger Erholungsraum, und er wird in dieser Funktion an Bedeutung noch zulegen. Anlass also, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie der Erholungsraum Rhein auf- gewertet werden könnte. Das Entwicklungskonzept Alpenrhein (IRKA, 2005) sieht aus ökologischen und hochwassertechnischen Überlegungen gewisse Aufweitungen vor. Hier sollten die Gesellschaften am Alpen- rhein nun einen Schritt weiter kommen. – Siedlungsnahe Gewässer als Naturerfahrungsräume: Ein zweiter denkbarer Ansatz ist die Aufwertung der siedlungsnahen Gewässer. Dies ist nicht nur ein ökologisches Anliegen. Die Aufwertung von Ge- wässern in Siedlungsnähe bietet darüber hinaus hochwertige Naturer- fahrungsräume für unsere Kinder. Teile des Rheintals mit seinen ur- sprünglich dichten Gewässernetzen verfügen über beste Voraussetzun- gen dafür. Vorbereitende Arbeiten dazu sind im Interreg III-Projekt «Erholung und Freizeit im Alpenrheintal» gemacht worden und sollten aufgegriffen werden (Sauter et al., 2005). – Solidarische Planung: Dieser Begriff zielt vor allem auf den innerört- lichen Raum ab und fasst es als einen Akt der Solidarität auf, die öffent- lichen Räume so zugestalten, dass sie auch für die Kinder und die älteren Menschen als angstfrei, behaglich, inspirierend und zum Dialog geeignet empfunden werden. Wenn dies im Bereich der Verkehrsträger nicht möglich ist, dann verdienen es diese Mitglieder der Gesellschaft, dass wir ihnen eigene Achsen und Räume zur Verfügung stellen. Mit diesem Lö- sungsansatz sind wir ja nicht einmal ganz uneigennützig, denn alt wer- den wir alle. 122Heiner Schlegel
        

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