die gegen die bestehende ungerechte Rechtsordnung erhoben werden kann.12Das Willkürverbot «schützt vor sinn- und zwecklosen Normie- rungen, verkörpert unumstrittene Rechtsgrundsätze und beruft sich zu- letzt auf den 
Gerechtigkeitsgedanken»13. II. VERFASSUNGSRECHTLICHE ENTWICKLUNG IN 
LIECHTENSTEIN 1.Ältere Verfassungsgeschichte Die enge Verbindung von Willkürherrschaft und Widerstandsrecht ist auch bei der Entstehung Liechtensteins im frühen 18. Jahrhundert er- sichtlich. Nachdem die Fürsten von Liechtenstein die Herrschaft Schel- lenberg und die Grafschaft Vaduz erworben hatten, mussten die Bewoh- ner der beiden Landschaften dem neuen Landesherrn (Fürst Anton Flo- rian) huldigen, das heisst, sie gelobten diesem Treue und Gehorsam. Im Gegenzug forderten die Bewohner, dass der Fürst die altüberkommenen Rechte (insbesondere die Landammannverfassung und die Gemeinde- ordnungen) bestätige; sie leisteten die Huldigung erst, nachdem ihnen dies durch den fürstlichen Vertreter feierlich zugesichert worden war.14 «Der Huldigungsakt erhielt dadurch den Charakter eines Herrschafts- begrenzungsvertrages.»15Die im Rahmen der Huldigung den Landes- bürgern zugestandenen alten Rechte, Freiheiten und Bräuche können als objektives Recht verstanden werden, das die fürstliche Macht beschrän- ken sollte.1647 
Verfassungsrechtliche Entwicklung in Liechtenstein 12Vgl. Uhlmann, S. 191. 13Uhlmann, S. 191. 14Die altüberkommenen Rechte werden von Alt-Landammann Basil Hopp im Rah- men der Huldigungsfeier in einer eindrücklichen Ansprache umschrieben. Vgl. dazu Kaiser, S. 490 f.; Ospelt, S. 228 ff.; Frick, Gewährleistung, S. 10 f.; Quaderer, Ent- wicklung, S. 15 ff. 15Frick, Gewährleistung, S. 11 mit Verweis auf: Näf Werner, Herrschaftsverträge des Spätmittelalters, 2. Aufl. Bern 1975. 16Vgl. dazu Frick, Gewährleistung, S. 10 f. Frick spricht in diesem Zusammenhang von «korporativen Rechten».
        

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