Steuerordnung eine grosse Gestaltungsfreiheit bei der Auswahl von Steuertatbeständen besteht. Von der Natur der Sache her gibt es keine hinreichend griffigen Begrenzungen der Steuerlast. Das Erfordernis demokratischer Legitimation ist demzufolge im Steu- errecht grösser als in einer Reihe anderer Gebiete des Verwaltungs- rechts […]. Es fehlen im Steuerrecht hinsichtlich der Auswahl der Steuertatbestände und des Steuermasses genügend Zweckgesichts- punkte, Kriterien, die der Eingriffsintensität immanente Grenzen setzen. Das dürfte mit ein Grund dafür sein, dass dem Legalität- sprinzip auch nach der Rechtsprechung des schweizerischen Bun- desgerichtes schon lange die Qualität eines selbständigen verfas- sungsmässigen Rechts zukam (BGE 123 I 1, 4 mit weiteren Hin- weisen; siehe auch BGE 123 I 254, 258) bevor entsprechende Ver- fassungsergänzungen erfolgten (s [siehe] heute insbesondere die Art 127 und Art 164 Abs 1 lit d BV). Während in anderen Gebie- ten des Eingriffsrechts, wie namentlich im Polizeirecht, die Ein- griffsintensität regelmässig durch das Zusammenspiel von Zweck- setzung, Mittel zur Zweckerreichung und Verhältnismässigkeits- grundsatz begrenzt wird, ist dies im Steuerrecht nicht im gleichen Mass möglich. Deshalb muss der Gesetzgeber selbst mindestens die Grundzüge der Besteuerung regeln.»121 Der Staatsgerichtshof begründet die Anerkennung des Legalitätsprin- zips als ungeschriebenes Grundrecht im Abgabenrecht damit, dass dem Gesetzgeber im Steuerrecht ein grosser Gestaltungsspielraum bei der Auswahl von Steuertatbeständen und der Festlegung des Steuermasses zukomme. Der Staatsgerichtshof habe keine griffigen Kriterien für des- sen Kontrolle. Diese mangelhafte Kontrollmöglichkeit nach materiellen Kriterien im Steuerrecht müsse durch das Kriterium eines erhöhten Er- fordernisses an demokratischer Legitimation ausgeglichen werden. Um seine Argumentation zu stützen, verweist der Staatsgerichtshof auch auf die vergleichbare Rechtsprechung des Bundesgerichtes.355 
Rechtsprechung im Anschluss an die Grundsatzentscheidung StGH 1998/45 121StGH 2000/39, Entscheidung vom 11. Juni 2001, LES 2004, S. 43 (56). Siehe dazu auch Wille H., Verwaltungsrecht, S. 651. Zur Entwicklung der Rechtsprechung des Staatsgerichtshofes zum Legalitätsprinzip im Abgabenrecht als ungeschriebenes Grundrecht siehe Wille H., Verwaltungsrecht, S. 649 ff.
        

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