differenzierte Massstäbe, die von der blossen Evidenzkontrolle bis zu einer strengen inhaltlichen Kontrolle reichen. Dabei sind insbe- sondere die Eigenart des jeweiligen Sachverhalts und die Bedeu- tung der auf dem Spiel stehenden Rechtsgüter zu berücksichtigen; ausserdem hängt der Prognosespielraum auch von der Möglich keit des Gesetzgebers ab, sich im Zeitpunkt der Entscheidung ein hinreichend sicheres Urteil zu bilden (vgl. BVerfGE 50, 290 (332 f.)).»138 Das Bundesverfassungsgericht unterscheidet in dieser Gleichheitsformel ausdrücklich zwischen der Intensität der Gleichheitsbindung des Ge- setzgebers und dessen Kontrolle durch das Bundesverfassungsgericht.139 b)Handlungsnorm – Bindung des Gesetzgebers Für die Gleichheitsbindung des Gesetzgebers gelten unterschiedlich strenge Massstäbe. Einer 
strengen Bindungunterliegt der Gesetzgeber bei der 
Ungleichbehandlung von Personengruppen. Diese wird noch ein- mal verschärft, wenn sich die personenbezogenen Merkmale den in Art.3Abs.3 GG genannten Merkmalen (Diskriminierungsverboten) annähern und damit die Gefahr gegeben ist, dass eine an diese anknüp- fende Ungleichbehandlung zur Diskriminierung einer Minderheit führt.140293 
Deutsches Bundesverfassungsgericht 138BVerfGE 88, S. 87 (96 f.). Vgl. auch Herzog, Art. 3 Anh., Rz 69. 139Die Unterscheidung zwischen Handlungs- und Kontrollnorm galt implizit schon für die Willkürformel. Der Gesetzgeber war verpflichtet sachlich gerechtfertigte, das heisst in jeder Hinsicht sachgemässe, gerechte Differenzierungen vorzunehmen. Die verfassungsgerichtliche Kontrolle des Bundesverfassungsgerichts erstreckte sich aber nicht darauf zu prüfen, ob der Gesetzgeber für ein Problem die zweckmässig- ste und gerechteste denkbare Lösung gefunden habe, sondern es beschränkte sich darauf zu prüfen, ob der Gesetzgeber, die äussersten verfassungsrechtlichen Gren- zen seiner Gestaltungsfreiheit überschritten habe. Vgl. statt vieler etwa BVerfGE 3, S. 58 (135). Vgl. dazu auch Kallina, S. 78, Fn 283, sowie S.86 f., Fn. 314. 140Art. 3 Abs. 3 GG zählt als Diskriminierungsverbote das Geschlecht, die Abstam- mung, die Rasse, die Sprache, die Heimatund die Herkunft, sowie den Glauben, und die religiösen oder politische Anschauungenauf. Hinzu kommt das Verbot der Benachteiligung wegen einer Behinderung. Diese Diskriminierungsverbote betref- fen persönliche Eigenschaften die den betroffenen Personen entweder unabänder- lich zukommen, oder stellen wesentliche Elemente des Persönlichkeitsrechts dar,
        

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