Gründe für eine Ungleichbehandlung vorliegen. Der Gesetzgeber muss an gleiche Tatbestände die gleichen Rechtsfolgen knüpfen, mit anderen Worten gesagt, bedeutet dies ein 
Verbot von unsachlichen Differenzie- rungen.69 Die ältere Rechtsprechung hat nur die Differenzierungsmerkmale Geburt, Geschlecht, Stand, Klasse oder Bekenntnis (Art. 7 Abs. 1 2. Satz B-VG) als gleichheitswidrig angesehen. Nach der neueren Judikatur ver- stösst nun jede Differenzierung, die nicht nach objektiven Unterschei- dungsmerkmalen 
(»aus Unterschieden im Tatsächlichen»)70erfolgt, ge- gen den Gleichheitsgrundsatz. Dagegen sind in der neueren Rechtspre- chung des Verfassungsgerichtshofes nun auch Differenzierungen nach den «suspekten Kriterien» Geburt, Geschlecht, Stand, Klasse oder Be- kenntnis nicht generell unzulässig, sie bedürfen aber einer besonders überzeugenden sachlichen Rechtfertigung.71 b)Gebot differenzierender Regelungen Der Gleichheitssatz wird verletzt, wenn der Gesetzgeber Gleiches un- sachlicherweise ungleich behandelt (Verbot unsachlicher Differenzie- rungen). 270Aktuelle 
Interpretation des Gleichheitssatzes und des Willkürverbots 69Vgl. etwa VfSlg 12735/1991; VfSlg 13477/1993; VfSlg 15683/1999; VfSlg 16373/2001 (Gleichheitsbindung des Verordnungsgebers). Siehe auch Berka, Grundrechte, Rz 918 mit Rechtsprechungsnachweisen, sowie Walter/Mayer, Rz1347 mit Nachwei- sen zur Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofes. Judikaturbeispiele zu gleich- heitswidrigen Gesetzen wegen sachlich nicht gerechtfertigten Differenzierungen finden sich bei Öhlinger, Verfassungsrecht, Rz 773 sowie Walter/Mayer, Rz 1351. 70Vgl. etwa: VfSlg 12670/1991; VfSlg 13178/1992; VfSlg 13977/1994. Siehe auch Wal- ter/Mayer, Rz 1347 mit weiteren Rechtsprechungsnachweisen. Zur älteren Recht- sprechung siehe auch Adamovich, S. 107 f. 71Siehe VfSlg 12735/1991, wo der Verfassungsgerichtshof für das Unterscheidungs- merkmal «Geburt» ausführt: «[Es] müssten daher sehr gewichtige Gründe vorliegen, damit eine unterschiedliche Behandlung allein aus dem Umstand der ehelichen oder der unehelichen Geburt als mit Art7 B-VG vereinbar angesehen werden könnte (vgl. Urteil des EGMR v. 28.10.1987, ÖJZ 1988, S 177 (Fall Inze zu § 7 Z2 Kärntner Erb- höfeG)).» Vgl. zu alldem auch Berka, Grundrechte, Rz 913; Öhlinger, Verfassungs- recht, Rz 761; Groiss/Schantl/Welan, S. 372 ff.; Rack/Wimmer, S. 603 f.; sowie Wal- ter/Mayer, Rz 1347 ff. Zur historischen Entwicklung der Rechtsprechung des Ver- fassungsgerichtshofes zum Gleichheitssatz in der Rechtsetzung von einer rein perso- nenbezogenen Deutung des Gleichheitssatzes hin zu einem umfassenden Sachlich- keitsgebot siehe Berchtold, Gleichheitssatz in der Krise, S. 330 ff. und S. 335 ff.
        

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