2.Struktur der Gleichheitsprüfung/Prüfungssystem Auch in Österreich wird beim Gleichheitssatz in der Rechtsetzung ein ähnliches Prüfungssystem wie in der Schweiz verwendet. Michael Holoubek hat dazu ausgeführt: «Bei der Gleichheitsprüfung können 
zwei grosse Abschnitteunter- schieden werden. 
Zunächstwird untersucht, ob überhaupt ein An- wendungsfall des Gleichheitssatzes vorliegt. Auf dieser Stufe ist zu ermitteln, ob die zu prüfende Regelung eine rechtliche Ungleichbe- handlung bewirkt, ob also an in bestimmter Hinsicht vergleichbare Sachverhalte unterschiedliche Rechtsfolgen geknüpft werden. Es geht also darum, das Vorliegen einer ‹Ungleichbehandlung im Rechtssinn› zu ermitteln.»64 Bereits die Auswahl der zu vergleichenden Regelungen, die in einem er- sten Schritt erfolgt, ist in hohem Masse von Wertungsgesichtspunkten bestimmt. Wenn die zwei zu vergleichenden Normen feststehen, wird anschliessend gefragt, ob «für die Differenzierung ein vernünftiger Grund besteht und ob die mit der Differenzierung bewirkte Benachteiligung des einen Regelungsbereichs in Beziehung zu dem die Differenzierung tra- genden Grund nicht unverhältnismässig ist.»65 In der Lehre werden teilweise sehr differenzierte Prüfungsschemata ver- treten, wobei die Gleichheitsprüfung in zahlreiche weitere Teilschritte aufgliedert ist.66267 
Österreichischer Verfassungsgerichtshof 64Holoubek, Sachlichkeitsprüfung, S. 76. 65Holoubek, Sachlichkeitsprüfung, S. 80. Zu einer ausführlichen Darstellung des Prü- fungssystems bei der Gesetzesprüfung am Gleichheitsgrundsatz siehe S. 72 ff. 66Vgl. dazu Öhlinger, Verfassungsrecht Rz 762 f. Siehe insbesondere auch Korinek, Gedanken, S. 89 ff., der bei der Gleichheitsprüfung von Gesetzen insgesamt 6 Prü- fungsschritte unterscheidet. Vgl. ferner Holoubek, Sachlichkeitsprüfung, S. 77 ff.; Korinek/Holoubek, S. 82 ff.; sowie Berka, Grundrechte, Rz 922 ff. Zur ausführli- chen Darstellung der Prüfungsstruktur bei der Gleichheitsprüfung von Gesetzen siehe S. 72 ff. Zu den Problemen, die bei der Auswahl der miteinander zu verglei- chenden Normen und bei der Bestimmung des normadäquaten Vergleichsmass-
        

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