Allerdings sind Beweismittel, die die Parteien aus prozesstakti- schen Gründen erst vor dem Staatsgerichtshof vorbringen richtigerweise als verspätet, und daher unzulässig zurückzuweisen. Die offensichtlich widersprüchliche Tatsachenfeststellung wird auch vom Bundesgericht als Willkürverletzung angesehen.177Ebenso hält es der Verfassungsgerichtshof für willkürlich, wenn einer Behörde schwer- wiegende Mängel bei der Sachverhaltsfeststellung anzulasten sind178, etwa weil die Behörde jegliche Ermittlungstätigkeit in einem entschei- denden Punkt oder ein ordnungsgemässes Ermittlungsverfahren über- haupt unterlassen hätte.179 b)Krasse Aktenwidrigkeit Eine 
krasse Aktenwidrigkeitverstösst gegen das Willkürverbot.180Aller- dings liegt nach Auffassung des Staatsgerichtshofes in einer «einfachen» 206Gleichheitsgrundsatz 
und Willkürverbot in der Rechtsanwendung Fachgerichts eine unerträgliche Grundrechtsverletzung liegen kann […]. Ohne die Sorgfalt der Tatsachenerhebungen der Instanzgerichte in Zweifel ziehen zu wollen, wäre es deshalb besser, die Tatsachenkontrollkompetenz des Bundesverfassungsge- richts so zu umgrenzen, dass prinzipiell von den Feststellungen der Vorinstanz aus- gegangen wird, dass aber das Bundesverfassungsgericht eigene Ermittlungen dann anstellen kann und muss, wenn wesentliche Zweifel an der grundrechtsrelevanten tatsächlichen Grundlage der Entscheidung begründet sind.» Vgl. auch Starck, Ver- fassungsgerichtsbarkeit, S. 1036, der meint, der Kompetenz der Tatgerichte zu ei- genständigen und letztverbindlichen Sachverhaltsfeststellungen sei nur durch das Willkürverbot Grenzen gesetzt. Vgl. dazu S. 448 ff. 177Vgl. BGE 129 I 49 Erw. 6. Siehe auch Müller J. P., Grundrechte, S. 472 f.; Schefer, S.266; Arioli, S.53 ff. 178Vgl. VfSlg 5848/1968. Siehe auch VfSlg 17213/2004, wo es heisst: Ein willkürliches Verhalten könne der Behörde insbesondere aber auch dann vorgeworfen werden, wenn diese «von einer grundlegend verfehlten Rechtsauffassung ausgehend rele- vante Sachverhaltsfeststellungenzu treffen unterlassen hat (vgl. zum Vergaberecht etwa VfSlg. 16.211/2001).» 179Vgl. VfSlg 5139/1965; VfSlg 7328/1974; VfSlg 8309/1978; VfSlg 8872/1980; aus neue- rer Zeit siehe etwa: VfSlg 16939/2003; VfGH Erkenntnis v. 29. 9. 2005, B 935/04. Siehe zu alldem auch Walter/Mayer, Rz 1356 mit Rechtsprechungsnachweisen. 180Vgl. StGH 1995/6, Urteil vom 23. Februar 1999, LES 2001, S. 63 (67) mit Verweis auf StGH 1997/23, Urteil vom 29. Januar 1998, LES 1998, S. 283 (286). Vgl. auch StGH 1998/44, Urteil vom 8. April 1999, LES 2001, S.163 (181); StGH 2003/58, Urteil vom
        

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