Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
43
Erscheinungsjahr:
2007
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000276928/793/
schluss an die Sachverhaltsdarstellung die Begründung. Die Sachver- haltsdarstellung trägt gewöhnlich die Überschrift «Sachverhalt» oder «Tatbestand» und die Begründung die Überschrift «Begründung» oder «Entscheidungsgründe».175Die Unterteilung in Urteilstatbestand und Begründung, die § 417 Abs. 2 ZPO anordnet, wurde in Österreich durch die Zivilverfahrensnovelle 1983 beseitigt. Die österreichische Zivilpro- zessordnung geht heute im Unterschied zur liechtensteinischen Zivil- prozessordnung vom Modell der einheitlichen Begründung aus, wonach der Tatbestand in die Entscheidungsgründe aufzunehmen ist (§ 417 Abs. 2 öst. ZPO).176§ 37 Abs. 1 der Geschäftsordnung des österrei- chischen Verfassungsgerichtshofes wählt einen Mittelweg. Satz 1 dieser Bestimmung entspricht § 417 Abs. 2 öst. ZPO und bestimmt, dass die Ausfertigung neben dem Spruch und von ihm gesondert die Entschei- dungsgründe zu enthalten hat, in die auch der Tatbestand einzufügen ist. Nach Satz 2 kann der Tatbestand jedoch auch abgesondert von den Ent- scheidungsgründen angeführt werden, wenn es der Referent für zweck- mässiger hält. Der österreichische Verfassungsgerichtshof unterscheidet wie der liechtensteinische Staatsgerichtshof zwischen Urteilstatbestand und Begründung.177 2.Inhalt und Umfang des Sachverhalts bzw. Tatbestandes Genaue Angaben zu Inhalt und Umfang der Sachverhaltsdarstellung fin- den sich weder in Art. 50 Abs. 3 StGHG noch in Art. 82 Abs. 1 Bst. e 793 
§ 46 Bestandteile einer Entscheidung 175Das Staatsgerichtshofgesetz spricht in Art. 50 Abs. 3 von «Sachverhaltsdarstellun- gen» und «Entscheidungsgründe». In der Praxis variieren die Überschriften. Vgl. beispielsweise StGH 2003/15, Urteil vom 1. März 2004, LES 1/2006, S. 12 (Sach- verhalt) und S. 18 (Begründung); StGH 2004/48, Urteil vom 21. Februar 2005, nicht veröffentlicht, S. 2 (Sachverhalt) und S. 21 (Begründung); StGH 2002/37, Entschei- dung vom 16. September 2002, nicht veröffentlicht, S. 3 (Sachverhalt) und S. 6 (Ent- scheidungsgründe). In der jüngeren Praxis lässt sich allerdings eine Tendenz in Rich- tung auf «Sachverhalt» und «Begründung» feststellen. Siehe etwa StGH 2005/24, Urteil vom 27. September 2005, nicht veröffentlicht, S. 2 und 28; StGH 2005/2, Ur- teil vom 27. September 2005, nicht veröffentlicht, S. 2 und 17; StGH 2004/37, Urteil vom 20. Juni 2005, nicht veröffentlicht, S. 2 und 5; StGH 2004/17, Urteil vom 30. November 2004, nicht veröffentlicht, S. 2 und 10; StGH 2004/14, Urteil vom 9. Mai 2005, nicht veröffentlicht, S. 1 und 16; StGH 2003/74, Urteil vom 3. Mai 2004, nicht veröffentlicht, S. 2 und 3. 176Siehe Fasching, Lehrbuch, S. 748, Rz. 1484. 177Vgl. Fasching, Lehrbuch, S. 748, Rz. 1484.
        

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