Herausgeber:
Sonstige universitäre Einrichtungen
Erscheinungsjahr:
2007
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000274424_48/97/
Höhere Töchterschule 1946 bis 1973 95 
  
länderinnen an der Schule auf. Dominierend blieben aber weiterhin die 
Oberländerinnen neben den immer zahlreicher werdenden Schweizerin- 
nen und Deutschen. Mit Beginn der 1960er Jahre begann auch langsam 
die Anzahl der Unterländerinnen und Oberländerinnen aus den restlichen 
Gemeinden des Oberlandes am Institut St. Elisabeth anzusteigen, wobei 
die Schülerinnen aus dem Unterland jedoch nie an die Zahl der Oberlän- 
derinnen und Schweizerinnen herankommen mochten und stets in der 
Minderheit blieben. Seit Beginn der 1960er Jahre wurden die vielen Schü- 
lerinnen aus Deutschland und Österreich wieder weniger. 
Ab den 1970er Jahren — nur wenige Jahre vor der Auflösung der Höheren 
Tóchterschule — waren die Liechtensteiner Mädchen an der Schule ganz 
klar in der Mehrheit. Die in den Klassenlisten als Österreicherinnen und 
Deutsche aufscheinenden Mädchen lebten nun in Wirklichkeit in Liech- 
tenstein. Auch das Spektrum bei den Schweizerinnen hatte sich mit den 
Jahren verändert. Nun waren es in erster Linie Mädchen aus der benach- 
barten st. gallischen Region, die das Institut St. Elisabeth besuchten, und 
nicht mehr Internatszôglinge, die von weiter her kamen.383 
In seinen Anfangsjahren stellte das Institut St. Elisabeth einen Bildungs- 
ort für Mädchen von eher mittelständisch lebenden Geschäftsleuten dar. 
Wie oben ausgeführt, besuchten in erster Linie Schülerinnen aus Schaan 
das Institut auf dem Duxhügel, wobei auch die geographische Nähe mit- 
gespielt haben mag. Die Schaaner Mädchen waren vorwiegend Töchter 
von Schaaner Geschäftsleuten. Viele schickte man auf die als Handels- 
schule ausgerichtete Höhere Töchterschule, damit sie für das eigene Fami- 
lienunternehmen ausgebildet werden. Gleichzeitig wussten die Eltern, 
dass auch der Heranziehung zu einer ordentlichen und liebenden Haus- 
frau und Mutter am Institut nichts im Wege stand. Auch Kinder von Aka- 
demikern besuchten das Institut St. Elisabeth. Mädchen, deren Väter 
nicht selbstständigerwerbend waren, bildeten bis Anfang der 1960er Jahre 
die Ausnahme. 
Der Besuch des Instituts St. Elisabeth von Töchtern mehrheitlich «bes- 
Seret» Familien in den Anfangsjahren mag zwei Gründe haben: Zum ei- 
gens für die Schule aus Belgien, sondern besuchte das Institut St. Elisabeth wie 
383 Ke liechtensteinischen Mitschülerinnen aus der Volksschule auch. 
"tes hat auch mit dem in den 1970er Jahren auslaufenden Internatsbetrieb der 
Schule zu tun. 1972 hatten die Anbeterinnen des Blutes Christi beschlossen, das 
Internat an der Höheren Töchterschule zu schliessen. Siehe Spieler, Wenn das 
384 Weizenkorn stirbt, 513. 2 
Siehe das Interview mit Frau F. und Frau G. vom 31. August 2006 (Frau F. und 
Frau G. besuchten das Institut St. Elisabeth Anfang der 1950er Jahre). 
 
        

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