Herausgeber:
Sonstige universitäre Einrichtungen
Erscheinungsjahr:
2007
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000274424_48/85/
Schwierige Anfänge 1935 bis 1946 83 
  
Das Institut St. Elisabeth hatte nicht nur das Ziel, den Mädchen ein «ge- 
sundes Mass» an Kenntnissen und eine der damaligen Zeit entsprechende 
Bildung zu bieten, sondern die Gymnasiastinnen sollten auch «zu guten 
Charakteren erzogen werden, in harmonischer Ergánzung, Pflege und 
Veredlung der Anlagen und der engeren Erziehung in der Familie und in 
bewusster Voranstellung der seelischen und der sittlich-religiôsen Grund- 
werte des Lebens»**”7. Die Schwestern setzten sich vor allem in der so ge- 
nannten Charakterbildung hohe Massstäbe. Angesichts der Tatsache, dass 
die Schülerinnen beim Eintritt in das Gymnasium noch sehr jung waren, 
scheinen solche hohen Ansprüche nicht vermessen gewesen zu sein. Am 
Gymnasium legten die Schwestern nicht so sehr Wert auf Anstand und 
Sitte, wie es in derselben Zeit an der Haushaltsschule üblich war. Dies 
lässt erkennen, dass in der weiteren Bestimmung der Mädchen sehr wohl 
ein Unterschied zwischen den Haushaltsschülerinnen und den Gymna- 
siastinnen gemacht wurde. Wurden die Schülerinnen des Haushaltskurses, 
wie oben bereits gesehen, auf ihr Leben und Wirken als spätere Mütter 
und Ehefrauen vorbereitet, so wurden die Schülerinnen des Gymnasiums 
auch im Hinblick auf ein mógliches ausserháusliches Wirken geschult. 
«[...] sollen die Madchen herangebildet werden als Kinder 
und Töchter ihrer Heimat, als nützliche Glieder des Staates 
und Vaterlandes und als würdige und volksbewusste Ange- 
horige ihrer Nation.»338 
Während die Schülerinnen der Haushaltsschule somit für den privaten 
Bereich bestimmt waren, gestand man den Schülerinnen des Mädchen- 
gymnasiums eine spätere Rolle im öffentlichen Bereich zu. 
Die Ausbildung zur Frau vernachlássigte man dennoch nicht. Die Fächer 
«Anstandslehre», «Gesundheitslehre» und Handarbeit zeugen davon. Ein 
gemáss Lehrplan natütlich-vornehmes, allem Gekünstelten abholdes Ver- 
halten und Benehmen kónne keiner jungen Frau schaden. Eine Gym- 
nasiastin sollte zudem auch über ihre intellektuellen Fähigkeiten hinaus 
ihrer Umwelt dienlich sein. Der Lehrplan sprach sich für die Wichtigkeit 
der Pflege der Gesundheit aus, denn «gerade das Mädchen bedarf, im 
Hinblick auf seine spätere und künftige Stellung in der Familie (Frau und 
?" Institut. St. Elisabeth. Realgymnasium und Mädchenlyzeum, Handelsabteilung 
a (Handelsschule), Haushaltungsschule, Schaan 1942, 3. : 
- institut St. Elisabeth. Realgymnasium und Mädchenlyzeum, Handelsabteilung 
(Handelsschule), Haushaltungsschule, Schaan 1942, 3. 
 
        

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