Herausgeber:
Sonstige universitäre Einrichtungen
Erscheinungsjahr:
2007
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000274424_48/55/
Vorgeschichte 1922 bis 1935 53 
  
2 Einzug auf Gutenberg in Balzers 
Im Herbst 1920 zogen zwei Vorbotinnen der ASC auf einem Fuhrwerk 
von Rankweil in das neue Heim in Balzers.!8 Platzprobleme in Rankweil 
hatten die Schwestern veranlasst, eine neue Bleibe zu suchen. Das Haus 
Gutenberg? war auf Anregung von Pater Jakob Josef Jauch und Fürstin 
Franziska von Liechtenstein 1854 zum Zwecke einer Erziehungsanstalt 
gebaut worden.!?! Dieses Projekt kam nicht zustande. Das Haus blieb leer 
und wurde später vorübergehend als Residenzschloss von Fürst Johann 
11.!? für seine Aufenthalte in Liechtenstein in Betracht gezogen.!® Den 
Schwestern der Christlichen Liebe aus Paderborn hatte Fürst Johann II. 
erlaubt, im Haus Gutenberg einzuziehen, als sie 1872 ihre Höhere Töch- 
terschule in Konstanz schliessen mussten. Sie führten auf Gutenberg ein 
Mädcheninstitut, das einen guten Ruf genoss. Der Erste Weltkrieg brachte 
eine jáhe Wende, denn die vorwiegend deutschen Midchen der Schule 
konnten sich eine Ausbildung im Ausland nicht mehr leisten. Die Schwes- 
tern der Christlichen Liebe in Balzers wurden von der Ordensleitung nach 
Paderborn zurückgerufen.!94 
Dies ermöglichte den ASC-Schwestern, die Räumlichkeiten in Balzers zu 
ihren Zwecken nutzbar zu machen. Das Hauptgebäude, das dem Fürsten 
gehörte, wurde ihnen zu einem günstigen Jahresmietzins von 100 Franken 
vermietet; die Nebengebäude, die die Paderborner Schwestern selbst er- 
189 Siehe Gertrud Frey, Geschichte der Provinz Gutenberg bis zur Umsiedlung nach 
Schaan, unveröffentlichtes Manuskript, Schaan o. J., 91. 
9) Zur vertieften Geschichte des Hauses Gutenberg siehe insbesondere: Haus Gu- 
tenberg (Hg), Festschrift. 50 Jahre Missionare von La Salette auf Gutenberg. Er- 
Öffnung Haus Gutenberg, Balzers 1985; Emanuel Vogt, Gedenktage aus der Ge- 
schichte der Gemeinde Balzers. Sonderdruck aus dem Liechtensteiner Volksblatt 
1958; Gustav Wilhelm, Pläne eines ländlichen Schlosses auf Gutenberg, in: Jahr- 
buch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein 78 (1978), 259— 
267. 
7! Siehe Vogt, Das Institut Gutenberg (1854—1935), 37. 
7? Fürst Johann II. von und zu Liechtenstein (* 5. Oktober 1840, t 11. Februar 
1929). Fürst Johann II. regierte von 1858 bis 1929, d. h. insgesamt 71 Jahre. In 
seiner Regierungszeit vollzieht sich mit der Verfassung von 1862 der Übergang 
Liechtensteins vom Absolutismus zur konstitutionellen Monarchie. Wichtige wei- 
tere Stationen seiner Regierungszeit waren die Kündigung des Zollvertrags mit 
Osterreich im Jahr 1919, die Verfassung von 1921 und die Abschliessung des 
Zollvertrags mit der Schweiz 1923. Siehe zu Fürst Johann II. ausführlicher: Schul- 
amt des Fürstentums Liechtenstein (Hg), Fürst und Volk. Eine liechtensteinische 
Staatskunde, Vaduz 1993, 114—115. 
Siehe Vogt, Gedenktage aus der Geschichte der Gemeinde Balzers, 23-28. 
% Siehe Vogt, Das Institut Gutenberg (1854-1935), 42-43; Vogt, Gedenktage aus 
der Geschichte der Gemeinde Balzers, 30-36. 
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