Herausgeber:
Sonstige universitäre Einrichtungen
Erscheinungsjahr:
2007
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000274424_48/34/
    
    
32 Rahmenbedingungen, Mädchenbildung und katholisches Frauenbild 
  
Verwaltungs- und Organisationsaufgaben zu übernehmen." Die weitaus 
höhere Anzahl an Frauen als an Männern, die einer religiösen Kongrega- 
tion beitraten, lässt darauf schliessen, dass es gerade die Frauen waren, die 
durch ihren Eintritt in ein apostolisch tätiges Kloster die Möglichkeit der 
Mitgestaltung im schulischen oder sozialen Bereich suchten. Die 
Schwestern, die in den religiösen Kongregationen lebten, leisteten durch 
ihr Wirken an den Schulen, Heimen und Spitälern einen wesentlichen Bei- 
trag dazu, dass den Frauen neue Möglichkeiten in Arbeit und Ausbildung 
zugestanden wurden.” 
Die Schwesternkongregationen setzten sich neben ihrem Wirken an den 
Primarschulen vor allem an den Hóheren Tóchterschulen für die Aus- 
bildung der Mädchen ein. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erleb- 
ten die Schulen der Kongregationen in der Schweiz einen Aufschwung. 
Für den katholischen Bevölkerungsteil stellten sie eine wichtige Bildungs- 
môglichkeit dar.9 Dem Einsatz der Kongregationen ist es zu verdanken, 
dass die katholischen Kantone der Schweiz am Anfang des 19. Jahrhun- 
derts zumindest auf der Grund- und Mittelschulstufe mit den protestan- 
tischen Kantonen mithalten konnten.?! Die von Schwestern geleiteten 
Schulen erschlossen insbesondere den bildungsmässig benachteiligten ka- 
tholischen Mädchen den Weg zu höheren Berufen.® In Österreich und in 
deutschen Gebieten wie Bayern und dem Rheinland lag die höhere Mäd- 
chenbildung im 19. Jahrhundert fast ausschliesslich in den Händen katho- 
77 Siehe Catherine Bosshart-Pfluger/Elisabeth Castellani Zahir/Anne-Francoise 
Praz, Religióses Engagement von Freiburgerinnen 1848-1900, in: FemmesTour 
(Hg), Mit Geld, Geist und Geduld. Frauen und ihre Geschichte zwischen Helvetik 
und Bundesstaat, Bern 1998, 89. Siehe auch Degler-Spengler, «Katholizismus auf 
weiblich», 247—248; Isenring, Die Frau in den apostolisch-tátigen Ordensgemein- 
schaften, 46. 
78 Siehe Vorburger-Bossart, Die St. Galler Frauenklóster und religiósen Frauenge- 
meinschaften als kultureller und sozialer Faktor, 55; Braun, Einleitung. Die religió- 
sen Kongregationen im 19. und 20. Jahrhundert, 43. 
7" Siehe Braun, Einleitung. Die religiósen Kongregationen im 19. und 20. Jahrhun- 
dert, 25. 
80 Siehe Braun, Einleitung. Die religiösen Kongregationen im 19. und 20. Jahrhun- 
dert, 52. 
81 Siehe Altermatt, Katholizismus und Moderne, 147. 
82 Siche Katholische Schulen, in: Schweizer Lexikon, Bd. 3, Luzern 1992, 782. Für 
Österreich geht beispielsweise Margret Friedrich für das Bundesland Salzburg da- 
von aus, dass das Mädchenschulwesen erst bedeutend später ausgebaut worden 
wäre, hätten nicht die Schulschwestern einen so grossen Einsatz geleistet. Siehe 
dazu: Margret Friedrich, «Die Schülerinnen werden liebevoll behandelt — im Gan- 
zen herrscht Zucht und Ordnung». Die Tätigkeit der weiblichen Schulorden in 
Salzburg, in: Ilse Brehmer/Gertrud Simon (Hg.), Geschichte der Frauenbildung 
und Mädchenerziehung in Österreich, Graz 1997, 125.
        

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