Herausgeber:
Sonstige universitäre Einrichtungen
Erscheinungsjahr:
2007
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000274424_48/32/
     
    
Rahmenbedingungen, Mädchenbildung und katholisches Frauenbild 
  
über «Erziehungs- und Schulfragen in unserer Zeit» noch vor den neu- 
tralen und damit nicht-katholischen Schulen.9* 
Das Schulwesen in der Schweiz — und auch in Liechtenstein — ist auf enge 
Weise mit den Kongregationen verknüpft. Durch die Führung von Schu- 
len und Heimen, aber auch durch ihr Wirken im karitativen Bereich haben 
die Kongregationen und religiösen Orden den Schweizer Katholizismus 
bis Anfang der 1960er Jahre wesentlich mitgeprägt.® Die Tätigkeit an 
staatlichen oder privat geführten Kindergärten, Primar- und Sekundar- 
schulen bildete bis zu diesem Zeitpunkt einen Schwerpunkt ihres Wir- 
kens.66 Im Gegensatz zu den unterrichtenden Kongregationen früherer 
Jahrhunderte konzentrierten sich diejenigen, die im 19. Jahrhundert ent- 
standen, auf das Elementarschulwesen und erst spáter kamen bei vielen 
noch Ausbildungsstitten für das hóhere Schulwesen hinzu.9 Patrick 
Braun schreibt die Entstehung der ersten schweizerischen Frauenkongre- 
gationen den neuen sozialen Erfordernissen in der Innerschweiz zu. Die 
Einführung der Schulpflicht und die gesetzlich vorgeschriebene Kranken- 
und Armenpflege hätten die finanziellen Möglichkeiten der ländlichen 
Kantone und Gemeinden überfordert. Auf die Initiative von Vertretern 
des Klerus und der Behörden hin wären darauf die ersten Schweizer 
Frauenkongregationen entstanden, um den Unterricht an den Primarschu- 
len und später karitative Aufgaben wie die Kranken- und Armenpflege 
sicherzustellen. Es waren die Kongregationen der Baldegger Schwestern 
(1830)65 der Menzinger Schwestern (1844)9, der Ingenbohler Schwestern 
9^ Siehe Stephan Leimgruber, Die ethisch-religióse Erziehung in der katholischen 
Sondergesellschaft, in: Urs Altermatt (Hg.), Schweizer Katholizismus im Umbruch 
1945—1990, Freiburg 1993, 24. 
65 Siehe Braun, Die Schulbrüder in der Schweiz 1880—1960, 85. In Liechtenstein war 
dies bis Anfang der 1980er Jahre der Fall, im Falle der ASC-Schwestern sogar bis 
Anfang der 1990er Jahre. 
66 Siehe Braun, Einleitung. Die religiósen Kongregationen im 19. und 20. Jahrhun- 
dert, 51. Claude Langlois gibt in seinem Buch «Le catholicisme au féminin» an, 
dass im Jahr 1860 in Frankreich zwei von drei Schwestern im Schulwesen tátig ge- 
wesen seien. Siehe zu Claude Langlois und seinem Buch: Brigitte Degler-Spengler, 
«Katholizismus auf weiblich», in: Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte 6 
(1987), 239—251, hier 246. 
9 Zu den Arbeitsfeldern von Kongregationen des 19. Jahrhunderts im Bereich der 
Erziehung siehe: Meiwes, «Arbeiterinnen des Herrn», 182—198, hier 189. 
66 Zur Geschichte der Baldegger Schwestern siehe: Schwegler, Das Schwesterninsti- 
tut Baldegg und seine Institutsschule 1830—1903; Braun, Einleitung. Die religiôsen 
Kongregationen im 19. und 20. Jahrhundert, 44—46; Maria Martine Rosenberg, 
Baldegger Schwestern, in: Kuratorium der Helvetia Sacra (Hg.), Helvetia Sacra. 
Die Kongregationen in der Schweiz. 19. und 20. Jahrhundert, Abteilung VIII, Bd. 
2, Basel 1998, 72—93.
        

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