Herausgeber:
Sonstige universitäre Einrichtungen
Erscheinungsjahr:
2007
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000274424_48/186/
    
    
184 Das Institut St. Elisabeth im Wandel der Zeit 
  
merkt, sollte dieses Bewusstsein erst rund zwanzig Jahre später — 1968 — 
mit der Ermöglichung des Zugangs zum Liechtensteinischen Gymnasium 
für Mädchen Eingang in die Gesellschaft Liechtensteins finden. 
Mit dem Lehrplan, der an der Höheren Tôchterschule den Unterricht 
bestimmte, befanden sich die Schwestern im Liechtenstein der Nach- 
kriegszeit zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Der Wirtschaftsboom und 
der aufstrebende Dienstleistungssektor benótigten geeignete Arbeitskràáf- 
te. Die Mischung aus Sekundar-, Handels- und Hauswirtschaftsfachern er- 
langte grosse Akzeptanz sowohl in der Bevólkerung als auch bei den 
staatlichen Behórden. Die Ausbildung am Institut St. Elisabeth stellte eine 
perfekte Mischung zwischen einer gründlichen Ausbildung für die vor- 
übergehende berufliche Tátigkeit und der umfassenden Vorbereitung auf 
die eigentliche Berufung als Hausfrau und Mutter dat, verknüpft mit einer 
grundlegenden katholischen Erziehung. Nach einer nur kurzen Startphase 
boomte die Schule regelrecht. Klassenráume mussten vergróssert oder so- 
gar neu gebaut werden. Die Kongregation musste für ihr Institut keine 
Werbung machen. Die Mund-zu-Mund-Propaganda lief optimal und hatte 
zur Folge, dass die Schwesternschaft jedes Jahr mehr als genug Schüle- 
rinnen verzeichnen konnten. Die von den Schwestern durchgeführten 
Aufnahmeprüfungen, die eine Volksschülerin absolvieren musste, um an 
der Höheren Töchterschule aufgenommen zu werden, stellten eine Mög- 
lichkeit der Selektion dar. Wer den strengen Anforderungen der Schwes- 
tern nicht gewachsen war, wurde nicht ans Institut aufgenommen und war 
von dessen Ausbildung ausgeschlossen. Das Gelernte bereitete die Schü- 
lerinnen eingehend auf die Arbeit in Büros vor. Gleichzeitig wollten die 
Schwestern aus den jungen Mädchen aber gebildete junge Frauen formen, 
die sich sowohl in deutscher Literatur wie auch in den Fächern Mathema- 
tik oder Geographie auskannten. Die Schwestern waren sich der Anfor- 
derungen, die sie stellten, bewusst und gaben das auch so an ihre Schüle- 
tinnen weiter, indem sie davon ausgingen, dass der von ihnen vermittelte 
Stoff über den Lehrplan der normalen staatlichen Realschulen hinausge- 
he.707 
Obwohl das Institut als staatliche Mádchenrealschule unter der Träger- 
schaft der Kongregation der ASC noch zwanzig Jahre lang in Betrieb war, 
blieb in der Gesellschaft Liechtensteins vor allem die Zeit der Hóheren 
Tóchterschule haften. Dies mag wohl darauf zurückzuführen sein, dass 
die Mádchenrealschule St. Elisabeth ausser dem Faktum, dass es eine rei- 
ne Mádchenschule war, keine Besonderheit mehr darstellte und sich den 
707 Siehe dazu das Intetview mit Frau L. vom 20. Mai 2006.
        

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