Herausgeber:
Sonstige universitäre Einrichtungen
Erscheinungsjahr:
2007
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000274424_48/183/
Das Institut St. Elisabeth im Wandel der Zeit 181 
  
VII «DU MAGDLEIN HORE!» DAS INSTITUT ST. 
ELISABETH IM WANDEL DER ZEIT 
1 Struktureller Wandel: Im Zeichen der Veränderung 
Über den in dieser Arbeit untersuchten Zeitraum von knapp sechzig Jah- 
ren hat das Institut St. Elisabeth unter der Leitung der ASC-Schwestern 
einen grossen und tiefgreifenden Wandel durchlebt. Nicht nur die Zusam- 
mensetzung des Lehrpersonals, sondern auch die Schülerinnen waren 
dem Wandel der Zeit ausgesetzt. Die einschneidendsten Veränderungen 
brachten aber jeweils die Modifikationen der Ausbildungstypen mit sich. 
Die mit dem Klosterneubau in Schaan eróffneten Haushaltskurse der 
Kongregation, die sich nach einiger Zeit zu einer einjährigen Haushalts- 
schule erweiterten, entsprachen den liechtensteinischen Bedürfnissen der 
Nachkriegszeit, in der auf die hauswirtschaftliche Ausbildung der Frauen 
grosser Wert gelegt wurde, damit sie für die Ehe gerüstet waren und 
ihrem Ehegatten in Haus und Hof zur Seite stehen konnten. Obwohl die 
Haushaltsschule parallel zu den neu entstehenden Ausbildungsstufen bis 
Ende der 1980er Jahre weitergeführt wurde, stellte sie schon bald nicht 
mehr das eigentliche Standbein der Institutsschule dar. 
1942 erfüllten sich die Schwestern den seit ihrem Einzug im Haus Guten- 
berg 1922 gehegten Wunsch, eine Schule für die höhere Mädchenbildung 
zu gründen. Die Errichtung eines Mädchengymnasiums und einer dreijäh- 
rigen Handelsschule sollte neben der schon bestehenden Haushaltsschule 
den Grundstein dafür legen. Doch war beiden 1942 eingeführten Schul- 
typen nur eine kurze Lebensdauer beschieden. Die Handelsschule fand 
nach einem Jahr ihr Ende. Sie war nicht besonders erfolgreich gestartet 
und keine Ansätze für eine Nachfrage nach einem solchen Ausbildungs- 
typ waren erkennbar. Da die einzige Klasse während dieses Jahres nur aus 
einer regulären Schülerin und einer Gastschülerin bestand, brachen die 
Schwestern dieses Projekt nach Ablauf des Schuljahres wieder ab. Auch 
am Mädchengymnasium kam es nie so weit, dass Maturazeugnisse verlie- 
hen wurden. Der erwartete Schülerinnenzulauf blieb aus und nach vier 
Jahren schlossen sich die Türen des Gymnasiums. Damit sollte es in 
Liechtenstein nochmals rund zwanzig Jahre dauern, bis die liechtensteini- 
schen Mädchen das nächste Mal die Möglichkeit bekamen, eine gym- 
nasiale Ausbildung im eigenen Land zu erhalten. 
Die Umwandlung des Mädchengymnasiums 1946 in eine Hôhere Tôch- 
terschule nach dem aus anderen Ländern bekannten Modell liess noch 
 
        

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