Herausgeber:
Sonstige universitäre Einrichtungen
Erscheinungsjahr:
2007
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000274424_48/152/
    
    
150 Höhere Töchterschule 1946 bis 1973 
  
Wolf der Regierung über die finanzielle Situation der Kongregation. 
Die Höhere Töchterschule erhielt für das Jahr 1973 aufgrund der Anzahl 
Schülerinnen einen Schulgeldbeitrag von 114 000 Franken. Der Schul- 
amtsleiter hatte ausgerechnet, wie viel davon zur Bezahlung der neun voll- 
amtlichen und drei nebenamtlichen ordenseigenen Lehrschwestern übrig- 
blieb und konstatierte, dass «dieser Schulgeldbeitrag (z. B. für 1973 
114000 Franken) nicht mehr zur Bestreitung all dieser Kosten aus- 
reicht»584, Die Realschulen des Landes hatten gezeigt, dass für den Ge- 
bäudeunterhalt, Lehrmittel und Verschiedenes im Jahr 1973 mit Ausgaben 
in der Hóhe von 75 000 bis 80 000 Franken gerechnet werden musste. 
Zahlt man diesen Betrag von den ausbezahlten 114 000 Franken ab, et- 
gibt das für das ganze Jahr 1973 eine Summe zwischen 34 000 und 59 000 
Franken, mit denen die Kongregation die Gehälter und Sozialleistungen 
der oben genannten neun vollamtlichen und drei nebenamtlichen Lehr- 
schwestern zu bezahlen hatte sowie für den Lebensunterhalt und die 
Altersvorsorge ihrer pensionierten Ordenslehrpersonen aufkommen 
musste.>5 
Die Lehrschwestern an den Volksschulen können im ökonomischen 
Licht betrachtet als günstige Arbeitskräfte angesehen werden. In Bezug 
auf den Lohn waren sie auf doppelte Weise diskriminiert, als Frauen und 
als Ordensschwestern. Die Lehrschwestern der Anbeterinnen des Blutes 
Christi erhielten zum einen durch die Stellung der Frau im Berufsleben 
bedingt weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen, durch ihr Leben als 
Klosterfrauen aber auch weniger Lohn als ihre weiblichen Lehrkollegin- 
nen und wurden stets in eine niedrigere Kategorie eingestuft. Zwei 
Ordensschwestern, die 1972 in der Gemeinde Schaan als Ersatz für einen 
Kaplan Religionsunterricht erteilten, bekamen 80 Prozent vom Lohn des- 
selben.5% Eine Ende der 1950er Jahre an der Realschule in Eschen als 
583 1973/1974 waren Vertragsverhandlungen zwischen der Regierung und der Kon- 
gregation der ASC eingeläutet worden, die in die Vereinbarung von 1974 mün- 
deten. Siehe dazu ausführlich Kapitel VI, Punkt 1. 
584 LLA, V 102/1055/5, Amtsvermerk des Schulamtes an die Regierung, 18. März 
1974. 
585 Siehe LLA, V 102/1055/5, Amtsvermerk des Schulamtes an die Regierung, 18. 
März 1974. 
586 Siehe LLA, RF 267/792, Regierung an Schulamt, 18. Oktober 1972; LLA, RF 
267/792, Gemeindevorstehung Schaan an Regierung, 13. Januar 1972. Rupert 
Quaderer kann in seinen Forschungen dieses Lohnungleichgewicht zwischen 
Volksschullehrern und Lehrschwestern an den Primarschulen für Mitte der 1920er 
Jahre bestätigen. Eine Lehrschwester erhielt damals knapp die Hälfte des Lohnes 
cines Lehrers, def bei rund 3000.- Franken im Jahr lag. Siehe dazu Rupert Quade- 
ter, Geschichte Liechtensteins vom Ersten Weltkrieg bis zur innenpolitischen Kri- 
 
        

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