Herausgeber:
Sonstige universitäre Einrichtungen
Erscheinungsjahr:
2007
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000274424_48/149/
  
Höhere Töchterschule 1946 bis 1973 147 
  
hin einzelne Schüler und Schülerinnen mittels Stipendien unterstützt wor- 
den, sollte das Schulgeld für Schüler und Schülerinnen mit Wohnsitz in 
Liechtenstein an diesen beiden Schulen ab 1969 gänzlich wegfallen.5"! Im 
schriftlichen Antrag an den Landtag wies die Regierung auf die Bedeutung 
der beiden Schulen für Liechtenstein hin. «Das Liechtensteinische Gym- 
nasium und das Institut St. Elisabeth sind Privatschulen mit staatlicher 
Anerkennung. Diese Schulen sind von óffentlichem Interesse und erwei- 
sen dem Staat einen bedeutenden Dienst. [...] Die Wirtschaftliche Mittel- 
schule und das Institut St. Elisabeth sind Schulen mittlerer Reife, welche 
im Unterbau dem Stoffplan der Realschulen entsprechen und darüber 
hinaus zur Ausbildung mittlerer Kader führen, welche für unsere Wirt- 
schaft, für Industrie und Gewerbe wertvoll sind»577 Pro Schüler am 
Liechtensteinischen Gymnasium sollten in Zukunft 650 Franken jihtlich 
übernommen werden. Der Betrag für die Wirtschaftsmittelschule, die 
dem Gymnasium angegliedert war, und für das Institut St. Elisabeth belief 
sich auf 600 Franken.5? Diese Summen lagen weit unter dem finanziellen 
Aufwand des Staats für die öffentlichen Realschulen des Landes. An der 
Realschule Vaduz betrug 1966 der Betrag pro Schüler 1834.55 Franken, 
das Gebäude und den Gebäudeunterhalt nicht miteingerechnet. An der 
Realschule Eschen belief sich die Summe auf 1600.15 Franken.”* Von 
den Landtagsabgeordneten war angesichts einer solch preiswerten Mög- 
lichkeit der Erweiterung des Bildungsangebotes für Liechtensteiner Eltern 
keine Kritik zu erwarten. Dem Antrag zur Schulgeldbefreiung an den bei- 
den Schulen wurde von den Abgeordneten einhellig zugestimmt, wobei 
Dr. Franz Beck575 seine Anerkennung für das Gymnasium und die Höhe- 
”' Diejenigen Mädchen, die von der Regierung ein Stipendium für den Besuch der 
Höheren Töchterschule erhielten, konnten mit einem jährlichen Betrag von etwa 
450 Franken rechnen, was gut die Hälfte der Jahreskosten ausmachte. Siehe dazu: 
LLA, V 115/04813, Stipendienv erfügung, 19. Juni 1967. 
"LTA vom 10. April 1969, 1—2. Die Schulgeldbefreiung für ausländische Schüler an 
diesen beiden Schulen erfolgte 1975. Siehe dazu: LLA, RF 267/661, Regierung an 
Schulamt, 6. November 1975. 
?5 Die 600 Franken entsprachen dem Schulgeld (ohne zusätzliche Ausgaben für 
Schulmaterial etc.), das die Schwestern am Institut St. Elisabeth von den Eltern 
verlangten. Siehe dazu: LLA, RF 267/661, Institut St. Elisabeth an Landesschulrat, 
8. Januar 1969. 
?^ Siehe LTA vom 10. a 1969, 4. 
?5 Franz Beck (* 21. Juli 1931, + 24. Mai 2003). 1966-1970 und 1982-1986 stellver- 
tretender Landtagsabgeordneter der VU, 1970-1982 Landtagsabgeordneter. 
Zudem 1978-1982 VU-Fraktionssprecher im Landtag. 1983-1984 Vizeprisident 
der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. Zu Franz Beck siehe: Beck 
Franz, in: Historisches Lexikon für das Fürstentum Liechtenstein, erscheint 2008. 
 
        

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