Herausgeber:
Sonstige universitäre Einrichtungen
Erscheinungsjahr:
2007
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000274424_48/123/
Höhere Töchterschule 1946 bis 1973 121 
  
die folgenden Worte: «So begreiflich es ist, dass die Frau in Notwehr ge- 
gen falsche Bewertung nach Gerechtigkeit strebte, so schmerzlich muss es 
empfunden werden, dass ihre Forderung nach Gleichberechtigung bis in 
den Raum der Ehe u. Familie hineinzudringen droht.»*3 Legten die 
Schwestern der ASC-Kongregation in den folgenden Jahren viel Wert auf 
die Gleichstellung der Frau im óffentlichen Raum und legten das den 
Schülerinnen auch nahe,494 so blieb das Frauenbild, das eine gute Frau 
und Mutter im eigenen Heim erfüllen sollte, altmodisch und konservativ. 
In einzelnen Texten, die die Schwestern ihren Schülerinnen diktierten, 
verglichen sie das Frausein mit der Muttergottes Maria. Eine Frau hatte 
dem Ebenbild Marias so ähnlich wie möglich zu kommen. 
«Für uns ist die Frau der Mensch, der in sich die höchste 
Eignung hat, die Fülle der religiösen Weisheit zu erfahren. 
Wenn sie dieser in Weisheit folgt, dann macht sie sich selbst, 
und erhöht sich selbst zum echtesten Ausdruck wahrer 
Weiblichkeit. Eine Frau, die so singt und betet, strebt und 
weint, scheint von Natur aus jener einzigartigen und höchs- 
ten Gestalt ähnlich zu sein, die makellos und schmerzens- 
reich ist, Maria.»*85 
Diese Feststellung entspricht den Schlussfolgerungen, die Marion Wagner 
in ihrem Buch zum Marien- und Frauenbild in dogmatischen Handbü- 
chern des 19. und 20. Jahrhunderts dargestellt hat. Seit dem 19. Jahrhun- 
dert verstärkte sich die Tendenz, Maria als die vollkommene Mutter und 
als Ideal der Weiblichkeit aufzufassen. Die Idealisierung Marias charakte- 
ziger Jahre; Zur politischen Gleichstellung und zum Weg bis zum Frauenstimm- 
recht siehe: Veronika Marxer, Zur Einführung des Frauenstimmrechts in Liechten- 
stein. Ein Sittengemälde, in: Frauenprojekt Liechtenstein (Hg.), Inventur. Zur 
Situation der Frauen in Liechtenstein, Bern/Dortmund 1994, 169—209; W. Marxet, 
20 Jahre Frauenstimmrecht. 
Diktat von Frau G. aus den 1950er Jahren. 
Siehe das Interview mit Sr. Mathild vom 28. September 2006. 
Diktat von Frau L. aus den 1960er Jahren. Esther Vorburger-Bossart hat in ihrer 
vor kurzem an der Universitit Freiburg (CH) eingereichten Dissertation zu den 
Frauenbildern und der Frauenbildung in katholischen Innerschweizet 'Tochtetins- 
tituten im 20. Jahrhundert auch ein Kapitel dem 'Thema «Matia als innerer Kon- 
vergenz- und Kontinuitátsfaktot» gewidmet. In der SZRKG (ehemals ZSKG) hat 
sie 2002 ein Auszug aus ihrem Dissertationsprojekt veröffentlicht: Esther Vorbur- 
ger-Bossart, Marianische Inhalte in der Schülerinnenzeitschrift Therestanum-Glöck- 
lein des Mädchengymnasiums Ingenbohl 1908 — 1933, in: Zeitschrift für Schwei- 
zetische Kirchengeschichte, 96 (2002), 5365. 
48. 
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