Herausgeber:
Sonstige universitäre Einrichtungen
Erscheinungsjahr:
2007
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000274424_48/100/
       
    
98 Höhere Töchterschule 1946 bis 1973 
  
das religiöse Gewissen der Protestantinnen besorgt. Ihnen wurde ein re- 
formierter Religionslehrer zugeteilt, welcher eigens für diese Stunden ans 
Institut kam.38° 
Die Internatszôglinge stellten stets einen ordentlichen Anteil der Schüle- 
rinnenschaft dar. Von Ende der 1950er Jahre bis 1970/71 bewegte er sich 
stets zwischen knapp 30 und fast 45 Prozent.?? Anfang der 1970er Jahre 
begann der Prozentsatz der im Internat lebenden Schülerinnen rasant zu 
sinken, nachdem die Schwesternkongregation der deutschen Provinz 1972 
beschlossen hatte, das Internat Schritt für Schritt aufzugeben und keine 
neuen Internatszóglinge mehr aufzunehmen.?! Grund dazu gab der zu- 
nehmende Schwesternmangel und die sich vielfach im Internat aufhalten- 
den «Problemkindet», die einer intensiveren Betreuung bedurften.? 
Hinzu kam die Hoffnung, der Staat würde die Bezahlung der Schwestern 
übernehmen und so mehr Mädchen aus Liechtenstein den Schulbesuch 
an ihrem Institut ermóglichen.?9? 
Die Anzahl der Lehrerinnen und Lehrer am Institut St. Elisabeth ent- 
sprach dem Wachstum der Schülerinnenzahl.9* Hatte die Schule am Ins- 
titut St. Elisabeth 1935 mit fünf Lehrerinnen angefangen, so waren es 
1945 schon neun, 1955 dreizehn, 1965 sechzehn, bis sich ihre Zahl nach 
der Umwandlung des Instituts in eine staatliche Realschule 1975 auf 
einem Stand von neunzehn Lehrerinnen und Lehrern befand. In der 
Statistik sind ab 1945 auch männliche Lehrpersonen verzeichnet.95 Es 
kann allerdings angenommen werden, dass es sich dabei bis Anfang der 
1970er Jahre um geistliche Personen gehandelt hat. Die ersten weltlichen 
männlichen Lehrpersonen kamen erst Anfang der 1970er Jahre an die 
Schule.596 
38 Siehe das Interview mit Frau F. und Frau G. vom 31. August 2006 (Frau. F. und 
Frau G. besuchten das Institut St. Elisabeth Anfang der 1950er Jahre). 
390 Zahlenmaterial zur Anzahl Schülerinnen, die im Internat lebten, ist vor 1958/59 
keines vorhanden. 
591 Siehe Spieler, Wenn das Weizenkorn stirbt, 513. 
392 Bruno Santini-Amgarten hatte diese Tendenz für katholische Privatschulen in der 
Schweiz festgestellt. Siehe Santini-Amgarten, Katholische Schulen im Spannungs- 
feld von Alternativ- und Ersatzschulen, 54. 
595 Siehe Spieler, Wenn das Weizenkorn stirbt, 492. - 
3%4 Siehe im Folgenden zu den statistischen Angaben der Lehrpersonen: Amt für 
Volkswirtschaft (Hg.), Statistisches Jahrbuch 2006, 295. 
95 Da die Statistik die Anzahl Lehrpersonen in Fünfjahresschritten aufweist, ist nicht 
klar, ob vielleicht schon vor 1945, das heisst im Zeitraum zwischen 1941 und 
1944, erste männliche Lehrpersonen ans Institut St. Elisabeth kamen. Siehe dazu: 
Amt fiir Volkswirtschaft (Hg.), Statistisches Jahrbuch 2006, 295. 
996 Siche dazu Kapitel V, Punkt 5.2.
        

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