Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
42
Erscheinungsjahr:
2007
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000266743/44/
lichen Missachtung der dem Reich geschuldeten Loyalität haben sich auch der Kaiser, Brandenburg-Preussen, Bayern, Sachsen und Hannover doch zumindest bis zur Ausbildung des österreichisch-preussischen Dualismus seit 1740 letztlich immer wieder an diese reichsrechtlichen Spielregeln gehalten.28Erst in Auswirkung des Dualismus zwischen Wien und Berlin und dann im Zeichen des Kriegs gegen die revolutio- näre Französische Republik gerieten solche Bindungen durcheinander und lösten sich auf.29 Die mindermächtigen und kleinen Reichsstände und Reichsstädte hatten neben den Grossen ihren zwar immer wieder bedrohten, aber doch dauerhaft gewährleisteten Platz. Projekte mächtiger Reichsstände, sich auf Kosten ihrer schwächeren Nachbarn zu vergrössern, scheiterten fast immer. So bot das Vorgehen der Schmalkaldischen Bundesführer Kursachen und Hessen gegen Braunschweig-Wolfenbüttel dem Kaiser den Vorwand für den Schmalkaldischen Krieg. Bayern konnte sich zwar am Vorabend des Dreissigjährigen Kriegs die Reichsstadt Donauwörth einverleiben; aber die Pläne Schwedens im Heilbronner Bund, die ka- tholischen geistlichen Fürstentümer zu beseitigen, blieben vom wankel- mütigen Glück der Schlachten abhängig und dem «Baldanders» des Krieges unterworfen.30Kaiser Joseph I. konnte sich mit seinen Vorstel- lungen zur Aufteilung Bayerns während des Spanischen Erbfolgekrieges 46Anton 
Schindling 28Anton Schindling, Kaiser, Reich und Reichsverfassung 1648–1806. Das neue Bild vom Alten Reich, in: Olaf Asbach/Klaus Malettke/Sven Externbrink (Hrsg.), Altes Reich, Frankreich und Europa. Politische, philosophische und historische Aspekte des französischen Deutschlandbildes im 17. und 18. Jahrhundert, Berlin 2001, S. 25– 54; ders., Reichsinstitutionen und Friedenswahrung nach 1648, in: Ronald G. Asch/ Wulf Eckart Voss/Martin Wrede (Hrsg.), Frieden und Krieg in der Frühen Neuzeit. Die europäische Staatenordnung und die aussereuropäische Welt, München 2001, S. 259–291. 29Robert A. Kann/Friedrich Prinz (Hrsg.), Deutschland und Österreich. Ein bilate- rales Geschichtsbuch, Wien 1980; Volker Press, Altes Reich und Deutscher Bund. Kontinuität in der Diskontinuität, nach dem Tod des Verf. zum Druck gebracht von Dieter Stievermann, München 1995. 30Anton Schindling, Die Deutschen und der Dreissigjährige Krieg. Zeiterfahrung des steten Wechsels und Reichspolitik, in: Helmut Neuhaus/Barbara Stollberg-Rilinger (Hrsg.), Menschen und Strukturen in der Geschichte Alteuropas. Festschrift für Jo- hannes Kunisch zur Vollendung seines 65. Lebensjahres, Berlin 2002, S. 185–200; Franz Brendle/Anton Schindling, Religionskriege in der Frühen Neuzeit. Begriff, Wahrnehmung, Wirkmächtigkeit, in: Anton Schindling/Franz Brendle (Hrsg.), Re- ligionskriege im Alten Reich und in Alteuropa, Münster 2006, S. 15–52.
        

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