Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
42
Erscheinungsjahr:
2007
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000266743/39/
Die bürgerlichen Kommunen der Reichsstädte schliesslich mussten schon aus Gründen der Selbsterhaltung an der Dauerhaftigkeit der äus- seren Verhältnisse interessiert sein, nachdem ihnen mit der Landfrie- densgesetzgebung um 1500 ein entscheidender Erfolg in der Durchset- zung einer Rechtsordnung für das gesamte Reich gelungen war.15 In der Phase der so genannten Reichsreform, jener Verdichtungs- periode an der Schwelle zur Neuzeit, kam es zu der Ausbildung von In- stitutionen und eines Reichssystems, welche zwar die Position der Gros- sen stabilisierten, diesen aber zugleich Schranken zur Bewahrung der Mindermächtigen und Kleinen auferlegten.16Die Verrechtlichung schrieb so einen eigentümlichen Machtkompromiss für die binnendeut- schen Gebiete, das «Reich» im engeren Sinne, vor.17 Dieses «reichische Deutschland» ermöglichte den starken Fürsten- tümern eine dynamische, freilich regulierte Politik, schützte aber gleich- zeitig diejenigen reichsunmittelbaren Stände, welche nicht über die Machtmittel von gefüllten Kassen und Armierung verfügten. Durch das 41 
Mindermächtige Territorien und Reichsstädte im Heiligen Römischen Reich Geistliche Staaten im Nordwesten des Alten Reiches. Forschungen zum Problem frühmoderner Staatlichkeit, Köln 2004; Anton Philipp Brück, Serta Moguntina. Bei- träge zur mittelrheinischen Kirchengeschichte, Mainz 1989; Günter Christ, Studien zur Reichskirche der Frühneuzeit. Festgabe zum Sechzigsten, Stuttgart 1989; Ru- dolf Reinhardt, Reich – Kirche – Politik. Ausgewählte Beiträge zur Geschichte der Germania Sacra in der Frühen Neuzeit, Ostfildern 1998; Armgard von Reden- Dohna, Die schwäbischen Reichsprälaten und der Kaiser. Das Beispiel der Laien- pfründen, in: Hermann Weber (Hrsg.), Politische Ordnungen und soziale Kräfte im Alten Reich, Wiesbaden 1980, S. 155–167; dies., Reichsstandschaft und Klosterherr- schaft. Die schwäbischen Reichsprälaten im Zeitalter des Barock, Wiesbaden 1982; Wolfgang Wüst (Hrsg.), Geistliche Staaten in Oberdeutschland im Rahmen der Reichsverfassung. Kultur, Verfassung, Wirtschaft, Gesellschaft. Ansätze zu einer Neu bewertung, Epfendorf/Neckar 2002. 15Hans Angermeier/Reinhard Seyboth (Hrsg.), Säkulare Aspekte der Reformations- zeit, München/Wien 1983; Hans Angermeier, Die Reichsreform 1410–1555. Die Staatsproblematik in Deutschland zwischen Mittelalter und Gegenwart, München 1984; ders., Das alte Reich in der deutschen Geschichte. Studien über Kontinuitäten und Zäsuren, München 1991. 16Friedrich Hermann Schubert, Die deutschen Reichstage in der Staatslehre der frü- hen Neuzeit, Göttingen 1966. 17Anton Schindling, Friedrich der Grosse und das reichische Deutschland, in: Wolf- gang J. Kaiser (Hrsg.), Friedrich der Grosse. Sein Bild im Wandel der Zeiten. Aus- stellungskatalog. Historisches Museum Frankfurt am Main, Frankfurt/Main 1986, S. 13–24; Volker Press, Friedrich der Grosse und das Reich, in: ders., Das Alte Reich (wie Anm. 4), S. 260–289.
        

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