Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
42
Erscheinungsjahr:
2007
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000266743/38/
Es existierten gleichzeitig durchaus verschiedene Begriffe des Reichs – je nachdem, ob dieses vom Kaiserhof aus, von den «Säulen des Reichs», den Kurfürsten, aus oder den vielen Zentren der kleinen und kleinsten Einheiten des reichischen Deutschland aus gesehen wurde.11 Der Blick auf Kaiser und Reich aus einer geistlichen Residenz oder ei- nem reichsritterschaftlichen Schloss unterschied sich wesentlich von demjenigen aus einem weltlichen Erbfürstentum.12 Die kleineren weltlichen Herrschaftsträger – mindermächtige Reichsfürsten, Reichsgrafen und Reichsritter – waren oft wegen der Be- ziehungen zu mehreren mächtigen Fürstenhöfen und ihrer eigenen fa- miliären Erbteilungen ein Element der politischen Instabilität.13Demge- genüber blieben die geistlichen Herrschaften der Reichskirche, Kurfürs- tentümer, Fürsterzbistümer, Fürstbistümer, Abteien und Prälaturen, ver- fassungsmässig gefestigter, konnten jedoch durch die Wahlen in den Dom- bzw. Stiftskapiteln von äusseren Einflüssen abhängig werden.14 40Anton 
Schindling 11Anton Schindling/Walter Ziegler (Hrsg.), Die Territorien des Reichs im Zeitalter der Reformation und Konfessionalisierung. Land und Konfession 1500–1650, 7 Bde., 1.–3. Aufl., Münster 1989–1997. 12Anton Schindling, Reichskirche und Deutsche Nation in der Frühen Neuzeit, in: Heinz-Gerhard Haupt/Dieter Langewiesche (Hrsg.), Nation und Religion in der deutschen Geschichte, Frankfurt/Main 2001, S. 68–83; Franz Brendle/Anton Schind ling, Reichskirche und Reich in der Frühen Neuzeit, in: Hans Ulrich Rudolf (Hrsg.), Alte Klöster – neue Herren (wie Anm. 1), Aufsätze Bd. 2.1, S. 3–22; Volker Press, Kaiser Karl V., König Ferdinand und die Entstehung der Reichsritterschaft, 2. Aufl., Wiesbaden 1980; Peter Moraw/ders., Fürstentümer, Geistliche, in: TRE 11 (1983), S. 711–719; ders., Das Hochstift Speyer im Reich des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit. Portrait eines geistlichen Staates, in: ders./Eugen Rein - hard/Hansmartin Schwarzmaier (Hrsg.), Barock am Oberrhein, Karlsruhe 1985, S. 251–290; ders., Bischof und Stadt in der Neuzeit, in: Bernhard Kirchgässner/ Wolf ram Baer (Hrsg.), Stadt und Bischof, Sigmaringen 1988, S. 137–160; ders., «Des deutschen Adels Spital». Der Deutsche Orden zwischen Kaiser und Reich, in: Heinz Noflatscher (Hrsg.), Der Deutsche Orden in Tirol. Die Ballei an der Etsch und im Gebirge, Bozen/Marburg 1991, S. 1–42; ders., Adel im Alten Reich. Gesammelte Vorträge und Aufsätze, hrsg. von Franz Brendle/Anton Schindling, Tübingen 1998. 13Johannes Arndt, Das niederrheinisch-westfälische Reichsgrafenkollegium und seine Mitglieder (1653–1806), Mainz 1991; Ernst Böhme, Das fränkische Reichsgrafenkol- legium im 16. und 17. Jahrhundert. Untersuchungen zu den Möglichkeiten und Gren- zen der korporativen Politik mindermächtiger Reichsstände, Stuttgart 1989; Georg Schmidt, Der Wetterauer Grafenverein. Organisation und Politik einer Reichs - korporation zwischen Reformation und Westfälischem Frieden, Marburg 1989. 14Kurt Andermann, Die geistlichen Staaten am Ende des Alten Reiches, in: HZ 271 (2000), S. 593–619; Bettina Braun/Frank Göttmann/Michael Ströhmer (Hrsg.),
        

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