Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
42
Erscheinungsjahr:
2007
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000266743/36/
terstrich nach innen und aussen den neuen Status der Fürsten, die sich 1806 im Rheinbund zusammenschlossen und damit den Reichsverband sprengten.4Mit dem Stichwort der Souveränität und dem daran hängen- den zeremoniellen Gepränge deklarierten sich die neuen Staaten als selb- ständige Einheiten, selbst wenn sie mit Blick auf Flächengrösse und Ein- wohnerzahl nur als Kleinstaaten gelten konnten.5 Für diese Veränderungen sind Begriffe wie «Fürstenrevolution» und «napoleonische Flurbereinigung» geprägt worden. Das Wachstum der grossen weltlichen Fürstenstaaten auf Kosten der kleineren und an- ders verfassten Einheiten wird so quasi teleologisch als Begleiterschei- nung eines insgesamt sinnvollen und notwendigen Prozesses der Mo- dernisierung und staatlichen Effizienzsteigerung dargestellt. In der Tat waren seit Jahrhunderten Konzentrationsprozesse von staatlichen Zen- tralgewalten auf Kosten provinzialer, kirchlicher oder kommunaler Son- derrechte eine Grundströmung der europäischen Geschichte, aus der na- tionale Königtümer in Westeuropa und Nordeuropa hervorgegangen waren.6Die Ausbildung der Zentrale – ob absolutistisch wie in Frank- reich, Spanien oder Dänemark, oder parlamentarisch wie in Grossbri- tannien oder Schweden – erschien als eine europäische Normalität, der gegenüber kleinteilige dezentrale Herrschaftsstrukturen wie im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation, in der polnisch-litauischen 38Anton 
Schindling 4Volker Press (Hrsg.), Alternativen zur Reichsverfassung in der Frühen Neuzeit?, nach dem Tod des Hrsg. bearb. von Dieter Stievermann, München 1995; ders., Das Alte Reich. Ausgewählte Aufsätze, hrsg. von Johannes Kunisch, 2. Auflage, Berlin 2000. 5Axel Gotthard, Das Alte Reich. 1495–1806, Darmstadt 2003; Helmut Neuhaus, Das Reich in der Frühen Neuzeit, München 1997; Georg Schmidt, Geschichte des Alten Reiches. Staat und Nation in der Frühen Neuzeit 1495–1806, München 1999; Diet- mar Willoweit, Deutsche Verfassungsgeschichte. Vom Frankenreich bis zur Wieder- vereinigung Deutschlands. Ein Studienbuch, 5., erw. und erg. Auflage, München 2005. 6Walther L. Bernecker (Hrsg.), Die spanischen Könige: 18 historische Porträts vom Mittelalter bis zur Gegenwart, München 1997; Peter Claus Hartmann (Hrsg.), Fran- zösische Könige und Kaiser der Neuzeit: von Ludwig XII. bis Napoleon III. 1498– 1870, München 1994; ders., Französische Verfassungsgeschichte der Neuzeit. 1450– 2002. Ein Überblick, 2., verbesserte u. erw. Aufl., Berlin 2003; Michael Maurer, Kleine Geschichte Englands, Stuttgart 1997; Peer Schmidt (Hrsg.), Kleine Ge- schichte Spaniens, Stuttgart 2002; Peter Wende (Hrsg.), Englische Könige und Kö- niginnen. Von Heinrich VII. bis Elisabeth II., München 1998.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.